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Nachhaltigkeit macht Unternehmen erfolgreich

Die heute beginnende B.A.U.M.-Jahrestagung präsentiert vielfältige Beispiele einer nachhaltigen Praxis von Unternehmen sowie Preisträger mit beeindruckendem Einsatz für Umwelt und Nachhaltigkeit.

Hamburg (csr-news) > Mit CEWE, Voelkel und der Fattoria La Vialla erhalten drei Mittelständler den B.A.U.M.-Umweltpreis 2017, bei denen Klimaschutz großgeschrieben wird. Das Klimahaus® Bremerhaven bietet dazu passend Umweltbildung für alle. „Der Klimawandel ist derzeit eine der größten Herausforderungen der Menschheit“, so der B.A.U.M.-Vorsitzende Prof. Maximilian Gege. „Die Staatengemeinschaft hat sich im Übereinkommen von Paris ehrgeizige Ziele gesetzt. Die politische Umsetzung geht aber oft nur langsam voran. Viele Unternehmen, besonders im Mittelstand, sind da schon viel weiter.“ B.A.U.M. vergibt 2017 in der Kategorie „Kleine und mittelständische Unternehmen“ drei Auszeichnungen. Bei diesen drei Preisträgern steht Klimaschutz ebenso im Fokus wie beim Klimahaus®Bremerhaven, dem Preisträger in der Kategorie „Institutionen“.

CEWE Color

Der Fotoservice-Anbieter CEWE Color hat im Rahmen einer Selbstverpflichtung für alle Produktivbereiche umweltschonende Strategien eingeführt, durch die seit 2012 jährlich über fünf Prozent CO2 und seit 2006 mehr als 60 Prozent Wasser eingespart werden konnten.

Voelkel GmbH

Preisträger Stefan Voelkel leitet die von seinen Großeltern gegründete Bio-Kelterei, die Säfte in Bio- und Demeter-Qualität produziert. Viele Rohwaren stammen aus der Region. Um die übrigen Transportwege kurz und so die CO2-Emissionen gering zu halten, sind die meisten Lieferanten in Europa ansässig. Die Voelkel GmbH hat zudem umfangreiche Maßnahmen zur Energieeffizienz durchgeführt und konnte von 2010 auf 2014 den Stromverbrauch pro Verpackungseinheit um gut 16 Prozent senken.

Fattoria La Vialla

Gianni, Antonio und Bandino Lo Franco gehen mit der Fattoria La Vialla noch einen Schritt weiter. Das Landgut der drei Brüder in der Toskana ist einer der wenigen Betriebe, die über ein geschlossenes Kreislaufsystem mit vollständiger Rückverfolgbarkeit für eine Vielzahl verschiedener Bio-Erzeugnisse verfügen. Die Produktion erfolgt bis auf einige Ausnahmen über die gesamte Wertschöpfungskette im eigenen Unternehmen.Seit 2008 werden alle Emissionen des Betriebs erfasst und in einer CO2-Bilanz ausgewiesen. Der ökologische Fußabdruck des Unternehmens ist seit 2009 negativ, d.h. die Fattoria La Vialla absorbiert insgesamt mehr CO2 als sie abgibt. Dazu tragen auch zahlreiche Maßnahmen im Bereich Energie- und Ressourceneffizienz sowie Logistik bei. Seit 2014 darf sich die Fattoria La Vialla als „Klimaneutrales Unternehmen“ bezeichnen.

Klimahaus® Bremerhaven
Im Klimahaus® Bremerhaven 8°Ost sind Klimawandel und Klimaschutz das zentrale Thema. Gleichermaßen anschaulich wie spielerisch vermittelt das futuristische Ausstellungshaus auf mehr als 11.000 Quadratmetern Grundlagen zum Klimasystem der Erde, zum Klimawandel und zu dessen Auswirkungen auf Mensch und Natur. Auf einer Reise entlang des achten östlichen Längengrades können die Besucher im Klimahaus® hautnah erleben, wie die Menschen in den verschiedenen Klimazonen der Erde leben.

 

Seit 1993 zeichnet der B.A.U.M. e.V. auch Unternehmensvertreter, Wissenschaftler und Journalisten für herausragende Verdienste um Umwelt und Nachhaltigkeit aus. In diesem Jahr lag der Fokus bei Preisvergabe auf dem Themenschwerpunkt nachhaltige Geldanlagen. „Es wird Zeit, zu erkennen, dass wir über Investitionen einen wirkungsvollen Hebel haben, um nachhaltiges Wirtschaften zu fördern. Die aktuelle Divestment-Bewegung, die Geld aus fossilen Energien abzieht, ist beispielsweise eine wichtige Unterstützung des technischen Klimaschutzes“, so Gege. „Einige unserer Preisträger beschäftigen sich wissenschaftlich, journalistisch oder ganz praktisch im Unternehmen mit verantwortlichem Investieren.“

Prof. Alexander Bassen

Prof. Alexander Bassen forscht über Grundlagen und Konzepte von Responsible Investment. Er untersucht den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeitserfolgen und finanziellem Erfolg von Unternehmen. Insbesondere die Relevanz von Klimadaten beschäftigt den Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg seit vielen Jahren. Zudem erforscht er experimentell die Verhaltensweisen von Investment Professionals bei Anlageentscheidungen in nachhaltige Finanzprodukte. Einen weiteren Fokus seiner Arbeit bilden die Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Einfluss auf die Leistung von Unternehmen sowie die Bedeutung von Nachhaltigkeitsinformationen für die Effizienz von Kapitalmärkten.

Susanne Bergius

Die Susanne Bergius Journalistin widmet sich seit den 90er Jahren dem ressortübergreifenden Thema Nachhaltigkeit. Auch bei ihr bildet nachhaltiges und verantwortliches Investieren einen Schwerpunkt der Arbeit. Ihr Ziel ist, Investoren für die gesellschaftliche, aber auch für die ökonomische Bedeutung verantwortlichen Wirtschaftens und Investierens zu sensibilisieren.

Barmenia Versicherungen

Die Barmenia Versicherungen setzen dies in der Praxis bereits um und handeln bei Geldanlagen konsequent nach den Prinzipien für Verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen (UN PRI). Das Nachhaltigkeitsmanagement der Unternehmensgruppe wird verantwortet von Vorstandsmitglied Martin Risse und von Stephan Bongwald, dem Nachhaltigkeitsbeauftragten. Beide erhalten gemeinsam den B.A.U.M.-Umweltpreis in der Kategorie „Großunternehmen“.

 

Der Internationale B.A.U.M.-Sonderpreis 2017 geht an die renommierte Biologin und Gentechnik-Kritikerin Christine von Weizsäcker sowie an Prinzessin Laurentien der Niederlande, die sich u.a. für die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern einsetzt. „Um nachhaltige Entwicklung voranzubringen, ist nicht nur wichtig, was man tut, sondern auch wie man es tut“, so Prof. Gege. „Beim Engagement der beiden B.A.U.M.-Sonderpreisträgerinnen 2017 beindruckt mich neben dem, was sie erreicht haben, ihr konsequent partizipativer Ansatz. Vielleicht ist das eine typisch weibliche Sicht auf Nachhaltigkeit.“

Christine von Weizsäcker

Christine von Weizsäcker setzt sich seit Jahren sowohl wissenschaftlich als auch publizistisch-politisch für eine nachhaltige Landwirtschaft weltweit ein. Sie arbeitet gemeinsam mit Bauern, Bürgerinitiativen und Naturschutzverbänden auf vielen Kontinenten für den Erhalt der biologischen Vielfalt und gegen die gentechnische Manipulation von Pflanzen, Tieren und Lebensmitteln. „Solange unsere Landwirtschaft ein Antrieb für die Zerstörung von Ökosystemen ist und sie es aufgrund massiver schädlicher Subventionen auch bleibt, lässt sich der Verlust der biologischen Vielfalt nicht aufhalten“, so ihre Überzeugung.

Prinzessin Laurentien der Niederlande

Partizipation ist auch ein Schlüsselwort für das Engagement von Prinzessin Laurentien der Niederlande. Sie ist davon überzeugt, dass Entscheidungen nur langfristig tragfähig sind, wenn ihnen ein ernsthafter Dialog mit den von den Entscheidungen Betroffenen vorausgegangen ist. „Solange ich denken kann, war inklusives Denken Teil meines persönlichen und beruflichen Lebens“, betont sie. So setzte sich Prinzessin Laurentien zunächst für Alphabetisierung ein. Sie entwickelte einen neuen Ansatz zur Erwachsenenbildung in diesem Bereich, der die Erfahrungen funktionaler Analphabeten berücksichtigt. Mit der 2009 von ihr gegründeten Missing Chapter Foundation wandte sich Prinzessin Laurentien dann der Arbeit mit Kindern zu. Zweck der Stiftung ist, Kinder und Entscheidungsträger zusammenzubringen, um gemeinsam Nachhaltigkeitsthemen zu diskutieren und Lösungen zu finden.