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Kompetenzzentrum für nachhaltige Chemie eröffnet

Das Bundesumweltministerium hat zusammen mit dem Umweltbundesamt (UBA) den Startschuss für das neue International Sustainable Chemistry Collaborative Centre ISC3 mit Sitz am UN-Standort Bonn gegeben.

Berlin (csr-news) > Das ISC3 wird als Kompetenzzentrum Triebfeder für die Erreichung der UN -Nachhaltigkeitsziele auch in Schwellen- und Entwicklungsländern sein. Mit zunächst 20 Mitarbeitern wird das ISC3 auch eng mit UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, zusammenarbeiten. Das ISC3 soll dazu beitragen, Nachhaltigkeit als grundlegende Leitstrategie in Politik und Industrie zu verankern. Für die Förderung des Kompetenzzentrums sind 2017 1,7 Millionen Euro und ab 2018 pro Jahr 2,4 Millionen Euro jährlich in den Bundeshaushalt eingestellt. „Ab heute können wir vom UN-Standort Bonn aus einen substanziellen Beitrag zu einer nationalen und weltweiten Chemikalienpolitik leisten“, so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. „Vor allem können wir am ISC3 durch gute Forschung Impulse setzen für zukunftsfähige und auch wirtschaftlich relevante Produkte und Techniken.“

Nachhaltige Chemie würde für eine saubere und sichere Umwelt benötigt, weil sie dem Vorsorgeprinzip folgt. Soll heißen, sichere Alternativen werden, wenn möglich gegenüber gefährlichen Stoffen bevorzugt. Zudem würden innovative Verfahren und Recyclingkonzepte gefördert. Um von Nachhaltigkeit zu sprechen, muss der gesamte Weg einer Chemikalie – bis hin zu ihrer Entsorgung – betrachtet werden. „Mit den gebündelten Kompetenzen können wir im angegliederten Netzwerk ISCnet dazu beitragen, die Ziele der Nachhaltigkeitsagenda zu erreichen und dabei den Umgang mit Chemikalien aktiv zukunftssicher zu gestalten“, sagt Friedrich Barth, ISC3-Geschäftsführer. „Die Chemie steht vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte: im Grunde genommen muss sie sich neu erfinden, um den Weg in die Kreislaufwirtschaft zu gehen. Dabei entstehen neue Geschäftschancen, neue Arbeitsplätze und die UN Nachhaltigkeitsziele können überall erreicht werden. Das ISC3 hat sich als Ziel gesetzt, diese Transformation mit allen Akteuren gemeinsam zu gestalten.“

Kurt Bock, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), begrüßte die Eröffnung des Kompetenzzentrums. Er plädierte für einen weltweiten und ganzheitlichen Ansatz, denn nachhaltige Chemie würde weit mehr als den Umweltbereich umfassen. „Wir brauchen ein Konzept, das die ökologische, ökonomische und soziale Dimension von Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigt“, so Bock. „Nur dann wird es gelingen, die 17 SDGs in den Alltag umzusetzen.“ Nach Auffassung von Bock käme die Plattform zum richtigen Zeitpunkt. 2020 werde das Mandat des UN-Programms zum weltweit sicheren Umgang mit Chemikalien (SAICM) auslaufen. Hier könne man mit ISC3 anknüpfen. Bock betonte, dass die deutsche chemische Industrie die UN-Initiative SAICM zum Chemikalien-Management von Anfang an unterstützt habe. Auch viele Nichtregierungsorganisationen haben sich in die Umsetzung und Weiterentwicklung dieser Initiative eingebracht. In Zusammenarbeit mit der Chemieindustrie wurden Projekte durchgeführt, um beispielsweise den Transport und die Lagerung von Chemikalien in Ghana sicherer zu machen. Auch bei ISC3 werde die Branche von Beginn an über Chemie3 mitarbeiten. Chemie3 ist die Nachhaltigkeitsinitiative der Chemischen Industrie, die gemeinsam von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und dem Arbeitgeberverband Chemie (BAVC) getragen wird. Via ISC3 könne jetzt auch der internationale Diskussionsprozess organisiert werden, wie sich die UN-Nachhaltigkeitsziele bis 2030 erreichen lassen. „Beide Initiativen ergänzen sich. Wir bieten unsere Unterstützung an, um Nachhaltigkeit nicht nur national, sondern weltweit in der chemischen Industrie voranzubringen“, so Bock.

 

 

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