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Milliarden-Marke geknackt

© TransFair e.V

1,2 Milliarden Euro für Produkte aus fairem Handel – nie zuvor haben Verbraucher in Deutschland mehr Geld für Waren mit Fairtrade-Siegel ausgegeben als im vergangenen Jahr.

Berlin (afp) > Der Umsatz stieg insgesamt um 18 Prozent, wie der Dachverband TransFair am Montag mitteilte. Pro Kopf zahlten Verbraucher 2016 demnach mehr als 13 Euro für Fairtrade-Produkte. Vor allem der Absatz von fair gehandeltem Kakao stieg deutlich an. Mit einem Absatzplus von 110 Prozent erreichten fair gehandelte Kakaobohnen laut TransFair einen Marktanteil von sechs Prozent auf dem deutschen Markt. 30.000 Tonnen wurden demnach im vergangenen Jahr verkauft. Auch der Absatz von Fairtrade-Kaffee stieg dem Verband zufolge deutlich an, um 25 Prozent auf insgesamt 17.000 Tonnen. Das entspreche einem Marktanteil von 3,8 Prozent. TransFair zufolge wurden außerdem jeweils sieben Prozent mehr fair gehandelte Bananen und Rosen verkauft.

Einen leichten Rückgang von sieben Prozent gab laut TransFair beim Absatz von Textilien aus fair gehandelter Baumwolle. Der Umsatz mit diesen Produkten stieg demnach aber trotzdem an, durch einen erhöhten Anteil von „Qualitätsware im Sektor Berufsbekleidung“. Dem Dachverband zufolge werden in Deutschland derzeit 7000 verschiedene Produkte mit Fairtrade-Siegel an 42.000 Verkaufsstellen angeboten. Mehr als 30.000 gastronomische Betriebe hätten fair gehandelte Produkte im Angebot.

Durch die höheren Verkaufsmengen fair gehandelter Produkte erwirtschafteten Kleinbauern und Beschäftigte auf Plantagen 2016 laut TransFair Fairtrade-Prämien in Höhe von insgesamt 21 Millionen Euro, zusätzlich zum Verkaufserlös der Rohstoffe. Das waren demnach 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Bauern und Beschäftigte können diese Prämien nach internationalen Fairtrade-Standards für soziale, ökologische oder ökonomische Projekte einsetzen. Der Verband TransFair wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Die Organisation handelt aber nicht selbst mit Waren, sondern will deren Verkauf fördern.