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Meeresschildkröten stark mit Chemikalien belastet

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In Australiens Great Barrier Reef beheimatete Meeresschildkröten haben große Mengen chemischer Rückstände im Blut, die durch Menschen ins Meer gelangen.

Sydney (afp) > Im Blut der Tiere fanden sich Spuren von Medikamenten, Industriechemikalien und Kosmetika sowie hunderttausenden weiteren Substanzen, wie Wissenschaftler von der Universität Queensland am Freitag erklärten. Die Stoffe führten bei den Tieren unter anderem zu Entzündungsreaktionen und Leberschäden. „Was man in den Abfluss schüttet, auf Farmen versprüht oder aus Industrieanlagen ablässt, endet in der maritimen Umwelt und in den Schildkröten des Great Barrier Reefs“, sagte Amy Heffernan von der Universität Queensland. „Menschen leiten eine Menge Chemikalien in die Umwelt und wir wissen nicht immer, um was es sich handelt und welche Folgen es hat.“

Die Wissenschaftler untersuchten Meeresschildkröten aus der Bucht von Cleveland und der Upstart Bay vor der Küste des Bundesstaates Queensland sowie aus der weiter entfernten Region der Howicks-Inseln im nördlichen Teil des Riffs. Die Naturschutzorganisation WWF in Australien erklärte, dass die Meeresschildkröten als eine Art Indikator für die Chemikalien gelten können, die das Great Barrier Reef belasten. Bereits 2015 hatten Forscher gewarnt, dass in Sonnenschutzcreme enthaltene Stoffe den Korallenriffen massiven Schaden zufügen könnten. Das 2300 Kilometer lange und zum Unesco-Weltnaturerbe zählende Great Barrier Reef ist bereits stark angegriffen. Im vergangenen Jahr wurde es von der bislang schwersten Korallenbleiche heimgesucht. Fast ein Drittel der Flachwasserkorallen starben laut Experten 2016 ab. In diesem Jahr wird mit einer weiteren verheerenden Korallenbleiche gerechnet.

 

 

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