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Projekt gegen die Plastik-Verschmutzung der Ozeane

Roger Spranz © Making Oceans Plastic Free (CC-BY-NC-SA)

Roger Spranz, Doktorand am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung, ein deutscher und zwei indonesische Kollegen wollen mit dem Projekt „Tasini“ gegen die Verschmutzung der Ozeane vorgehen.

Bremen (csr-news) > Die von den Wissenschaftlern entwickelte wiederverwendbare Einkaufstasche aus recyceltem Plastik in Form von kleinen Meerestieren soll in Indonesien die Plastiktüte ersetzen. Ihr Projekt startet im Vorfeld des World Ocean Day am 8. Juni.

Indonesien gilt weltweit als zweitgrößter Verursacher des Plastikmüllproblems der Ozeane. Rund 10.000.000 Plastiktüten werden hier täglich verbraucht. Einen vielversprechenden Ansatz zur Lösung des Problems gibt es bislang nicht.

Am 19. Februar 2017 haben MOPF zusammen mit „One Island One Voice“ den größten Beach Clean-Up in der Geschichte Balis organisiert. Über 12.000 Freiwillige sammelten 40 Tonnen Müll entlang der Strände Balis. Das Diagramm zeigt die geschätzten Prozentwerte gesammelter Gegenstände basierend auf Fragebögen, die von MOPF analysiert wurden. ©Making Oceans Plastic Free (CC-BY-NC-SA)

Bereits in seiner Doktorarbeit griff der Sozialwissenschaftler Spranz das Thema auf. In Kooperation mit der Nicht-Regierungs-Organisation Eco-Bali startete er vor drei Jahren ein Forschungsprojekt, das untersucht, mit welchen Anreizen Menschen auf Bali dazu bewegt werden können, weniger Plastiktüten zu verwenden. Beim täglichen Einkauf in den kleinen indonesischen Gemischtwarenläden, den Warungs, sind sie allgegenwärtig und landen nach Gebrauch dann oft auf Müllhalden an einem der Strände. Mit seinen drei Kollegen gründete Spranz 2016 die Initiative „Making Oceans Plastic Free“. Ihr aktuelles Projekt: die wiederverwendbare Einkaufstasche „Tasini“. Das bedeutet auf Indonesisch “diese Tasche” und soll die Antwort darauf sein, wenn im Laden gefragt wird, ob man eine Plastiktüte möchte.

Die faltbare Tasche wurde im Design kleiner Meerestiere entwickelt, um möglichst viele Einheimische zur Nutzung zu motivieren. Dabei wurden sowohl die Vorliebe vieler Asiaten für verspielte modische Accessoires als auch eine hohe Zweckmäßigkeit berücksichtigt: die Tasche ist faltbar und am Schlüsselbund zu befestigen, so dass man sie nicht vergisst. Eine einzige „Tasini“ kann bis zu 400 Plastiktüten im Jahr ersetzen. „Aktiver Umweltschutz besteht häufig darin, Menschen Pflichten und Verbote aufzuerlegen“, sagt Spranz. „Deshalb hat er oft einen negativen Beigeschmack. Wir glauben, dass es effektiver und motivierender ist, wenn Umweltschutz den Leuten auch Spaß machen darf.“ Meerestiere leiden besonders unter den Folgen der Plastikverschmutzung. Die kleinen Schildkröten, Kraken, Haie und Rochen in Form von Taschen sollen zu Umweltbotschaftern werden, die das Thema ins Bewusstsein rufen.

Tasini – So funktioniert es

© Making Oceans Plastic Free (CC-BY-NC-SA)

1.000 Tasini-Prototypen sind in einem ersten Schritt angefertigt und erprobt worden, nun soll die Produktion in Serie gehen. Am 30. Mai 2017 wurde das Projekt auf der Crowdfunding Plattform „Indiegogo“ gelauncht. Ziel ist die Herstellung von Tasini-Einkaufstaschen aus recyceltem Plastikmüll (PET) in Indonesien unter hohen Umwelt- und Sozialstandards und der Start einer groß angelegten Aufklärungskampagne zum Thema Umweltschutz. Vor Ort arbeitet die Initiative mit dem lokalen Jugendprojekt „Bye Bye Plastic Bags“ zusammen, dessen Gründerinnen zum World Ocean Day am 8. Juni vor der UN Generalversammlung reden werden.