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Korruption größtes Investitionshemmnis in Afrika

Claudia Paulussen - Fotolia

Konzernchefs und Verbandschefs aus den G20-Staaten sehen Korruption als das größte Investitionshemmnis in Afrika.

Düsseldorf (afp) > Weitere Hürden seien regulatorische Barrieren, mangelnde Infrastruktur, Rechtsunsicherheiten sowie unzureichend ausgebildete Arbeitskräfte, ergab eine Umfrage der Initiative Business 20 (B20), aus der das „Handelsblatt“ am Montag zitierte. In Berlin kommen am Montag und Dienstag hochrangige Vertreter der G20-Staaten zusammen, um über die verstärkte Förderung privater Investitionen in Afrika zu beraten.

Die B20 legten Empfehlungen vor, was sich aus ihrer Sicht in Afrikas Staaten verbessern muss, um nicht mehr nur Entwicklungshilfe, sondern auch Investitionen anzuziehen. Kernforderungen neben dem Kampf gegen Korruption sind laut dem Bericht, dass die Sicherheit für Investitionen steigen, Infrastrukturprojekte besser geplant, die Stromversorgung und der Internetzugang zuverlässig werden müssen.

Auf der G20-Afrika-Konferenz will die Bundesregierung unter dem Titel „Compact with Africa“ neue Investitionspartnerschaften zwischen afrikanischen Regierungen und G20-Staaten schließen. Die Wirtschaftsvertreter unterstützen die Initiative und sind zuversichtlich, dass so Geschäfte auch südlich der Sahara in Gang kommen können. „Die B20 ist entschlossen, die G20 und die afrikanischen Compact-Länder bei der erfolgreichen Implementierung der Investitionspartnerschaften zu unterstützen“, sagte der B20-Vorsitzende Jürgen Heraeus dem „Handelsblatt“.

Die Bundesregierung ist dem Bericht zufolge auf eine Forderung der Industrie eingegangen und vergibt künftig deutschen Unternehmen in den Compact-Staaten zur Risiko-Absicherung Hermes-Bürgschaften zu den gleichen Konditionen wie in Schwellenländern. Zu der Compact-Gruppe gehören unter anderem Elfenbeinküste, Marokko, Ruanda, Senegal und Tunesien. Bisher müssen Firmen in Afrika mit zehn Prozent Selbstbehalt ein doppelt so hohes Risiko allein tragen – wenn sie überhaupt Hermes-Bürgschaften bekommen.

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