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Bessere Investitionsbedingungen für Ökostrom

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Die Investitionsbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien in Schwellenländern haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

Berlin (afp) > Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Versicherungskonzerns Allianz, der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch sowie des New Climate Institute hervor. Das beste Investitionsklima für Ökostrom herrscht demnach aber weiterhin in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, gefolgt von China. Anders als früher überzeugten inzwischen aber auch Indien, Brasilien und Südafrika die Kapitalgeber mit stabileren Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen, hieß es in dem Allianz Klima und Energie Monitor 2017. Dort gebe es zugleich auch den größten Investitionsbedarf, um den steigenden Energiebedarf dieser Länder mit den Klimaschutzzielen zu vereinbaren.

Insgesamt werde in den G20-Staaten derzeit mehr in die Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Wasserkraft investiert als in alle anderen neuen Kraftwerke, hieß es weiter. In den vergangenen fünf Jahren seien diese Investitionen pro Jahr um rund 25 Prozent gestiegen. In einigen Ländern sei Ökostrom mittlerweile auch ohne staatliche Förderung wettbewerbsfähig. „Wind und Solarkraft benötigen auch bei fallenden Preisen ein positives politisches Umfeld“, sagte allerdings Jan Burck von Germanwatch. „Für Investoren ist eine transparente und verlässliche Politik ein Kernkriterium“, fügte er hinzu. Auf die Bedeutung auch des Ausbaus der Infrastruktur verwies Niklas Höhne vom New Climate Institute. Die Staaten müssten daran arbeiten, dass „hohe Anteile wetterabhängiger Stromproduktion nicht zu Problemen führen“.

Der Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserenergie gilt als wichtigster Faktor für die Einhaltung der im Pariser Abkommen 2015 vereinbarten Klimaziele. Um die angestrebte Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad zu erreichen, sind der Studie zufolge bis 2035 jährliche Investitionen der G20-Staaten von rund 700 Milliarden Dollar erforderlich. Dies wäre doppelt so viel wie die Investitionssumme 2015. Mit Blick auf Deutschland hieß es, hier schaffe der Ende vergangenen Jahres beschlossene Klimaschutzplan 2050 „stabile politische Rahmenbedingungen, die nach Einschätzung der Studie langfristig verfolgt werden“. Bei der Marktkapazität erneuerbarer Energien liege Deutschland mit einem Anteil von derzeit 28 Prozent (ohne Wasserkraft) an der Spitze. Entscheidend für das Erreichen der deutschen Klimaziele sei aber auch hier die Verringerung der CO2-Emissionen aus dem Verkehr und aus Kohlekraftwerken.

Mehrere internationale Konzerne bekannten sich unterdessen zu mehr Transparenz hinsichtlich der klimapolitischen Folgen ihrer Investitionsentscheidungen. Dies solle Aktionären eine bessere Übersicht verschaffen, welche Investitionen dem Weg zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zuträglich seien und welche nicht, erklärte einer der Initiatoren, der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg. An der Initiative beteiligt sind wichtige Finanzinstitute wie die Bank of America, Barclays, die Versicherungskonzerne Axa und Allianz sowie die Industrial and Commercial Bank of China. Unterstützt wird der Vorstoß auch von Unilever, Dow Chemical Company, Tata Steel und PepsiCo sowie den Rating-Agenturen Moody’s und S&P Global.

 

 

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