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Verbraucherreport 2017: Vertrauen in Politik fehlt

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Laut Verbraucherreport haben 70 Prozent der Verbraucher ein eher geringes oder gar kein Vertrauen in die Politik beim Verbraucherschutz.

Berlin (csr-news) > 79 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher halten die Politik verantwortlich dafür, Verbraucherinteressen zu schützen. Doch nur jeder Vierte (26 Prozent) vertraut der Politik dabei auch eher oder sehr stark. 70 Prozent haben ein eher geringes oder überhaupt kein Vertrauen. Das zeigt der erste Verbraucherreport des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Vor der Bundestagswahl fordert vzbv-Vorstand Klaus Müller die Parteien auf, ihrer Verantwortung für Verbraucherschutz gerecht zu werden. „Der Verbraucherreport hat ein Vertrauensleck offengelegt. Wenn Verbraucher das Gefühl haben, dass ihre Interessen nicht ausreichend wahrgenommen werden, sorgt das für Verunsicherung. Es braucht eine starke Verbraucherpolitik, um Verbrauchern wieder mehr Sicherheit zu geben”, sagt Klaus Müller.

Verbraucherschutz spielt für das Sicherheitsempfinden eine zentrale Rolle, wie der Verbraucherreport von Kantar Emnid im Auftrag des vzbv zeigt. Demnach sagen 90 Prozent der Befragten, dass Verbraucherschutz eher bis äußerst wichtig für ihre persönliche Sicherheit als Verbraucher sei. Jeder dritte Befragte (35 Prozent) hat schon einmal erfahren müssen, dass seine Interessen als Verbraucher nicht ausreichend geschützt waren. Am wenigsten geschützt fühlen sich die Befragten bei den Themen Finanzen und Versicherungen sowie Telefon und Internet. Nur jeweils 58 Prozent geben an, dass ihre Interessen in diesen Bereichen eher oder sehr gut geschützt seien. Bei Reisen und Verkehr meinen das immerhin 72 Prozent.

Mehr als eine Viertel Million Verbraucherbeschwerden

Diese Erkenntnisse aus dem Verbraucherreport decken sich mit Erfahrungen aus den 16 Verbraucherzentralen in den Ländern. Im Jahr 2016 gingen hier rund 265.000 Verbraucherbeschwerden ein, die meisten zu Postdienstleistungen und Telekommunikation (28,7 Prozent) sowie zu Finanzdienstleistungen (27,6 Prozent). Um den Verbraucherschutz zu verbessern, ist den Befragten des Verbraucherreports am wichtigsten, dass die Politik Verbraucherprobleme stärker beachtet (82 Prozent). Ein Top-Thema aus Verbrauchersicht ist die Altersvorsorge: 89 Prozent der Verbraucher halten die Forderung, eine ausreichende Altersversorgung sicherzustellen, für wichtig oder sogar äußerst wichtig. Der vzbv spricht sich für ein effizientes Non-Profit-Standardprodukt aus: „Viele Anlageprodukte sind zu teuer und werfen damit zu wenig Rendite ab. Verbraucher müssen für ein gutes Leben im Alter mehr von ihrem Geld haben“, sagt Müller. Der vzbv schlägt einen Non-Profit-Vorsorgefonds vor, der kosteneffizient wirtschaftet und keine eigenen Gewinninteressen verfolgt. Auf teure Garantien sollte verzichtet werden. Verbraucher sollten aber zwischen Risikoklassen wählen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich auf dem Deutschen Verbrauchertag des vzbv im Juni offen für ein solches Vorsorgeprodukt und bezeichnete es als „gute Idee“.

 

Der Verbraucherreport zum Download.