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Universität Innsbruck forciert Nachhaltigkeit

Plastik in den Meeren, die Qualität alpiner Gewässer oder die komplexen wirtschaftliche Herausforderungen auf dem Weg zu nachhaltigeren Unternehmensmodellen sind nur einige der Probleme, mit denen sich Kerstin Neumann, Gabriele Chiogna und Martin Stuchtey im neu gegründeten „Innovation Lab for Sustainability“ an der Uni Innsbruck beschäftigen.

Innsbruck (csr-news) > Gemeinsam sind Kerstin Neumann, Professorin am Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus, mit Gabriele Chiogna und Martin Stuchtey, Professoren am Institut für Geographie, Teil des „Innovation Lab for Sustainability“ an der Uni Innsbruck – eine Einrichtung, die aus zwei Stiftungsprofessuren des Stiftungsfonds für Umweltökonomie und Nachhaltigkeit GmbH (SUN) besteht. Die Professuren beschäftigen sich aus der jeweiligen Fachperspektive heraus mit Fragestellungen des nachhaltigen Ressourcenmanagements und der nachhaltigen Entwicklung von Organisationen und Systemen. Übergeordnetes Ziel des Labs ist es, das Thema Nachhaltigkeit als fächerübergreifende Einrichtung sichtbar an der Universität zu verankern.

Zukunftsweisend

„Ein Richtungs- und Tempowechsel auf dem Weg zu einer nachhaltigen Weltwirtschaft erfordert neue Materialien, Energiequellen, Architektur, Infrastrukturkonzepte und Geschäftsmodelle – eine Rekombination von Wissen und neuen Wegen hin zu einer schnellen Anwendung. Deswegen stehen Inter- und Transdisziplinarität im Zentrum des ‚Innovation Lab for Sustainability’. Es ist eine Plattform für die projektbasierte Zusammenarbeit der vielen nachhaltigkeitsrelevanten Forschungsbereiche der Universität, der Wirtschaft und öffentlicher Institutionen“, erläutert Martin Stuchtey die Chancen der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Disziplinen. Mit ihrer Antrittsvorlesung im Juni 2017 gaben die Professorin und die Professoren den Startschuss für das Innovationsprojekt. „Der Wandel zu mehr Nachhaltigkeit ist eine zu große und zu komplexe Herausforderung, als dass sie eine wissenschaftliche Domäne allein meistern könnte. Der interdisziplinäre Ansatz, also die Zusammenführung von Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit den Naturwissenschaften unter dem ‚Dach’ der Universität, ist zukunftsweisend. Vor allem erlaubt er, multi-perspektivische und wissenschaftlich fundierte Lösungen für nachhaltigkeitsrelevante Probleme zu finden, gerade in einer dahingehend so sensiblen Region wie den Alpen“, verdeutlicht Kerstin Neumann. Auch Gabriele Chiogna betont: „Unser Ziel ist es, anwendbare Lösungen für Ressourcenmanagement zu erzeugen, die sowohl die Interessen der Stakeholder als auch eine verantwortungsbewusste Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen berücksichtigen.“

Zusammenarbeit

Mit der Entscheidung, das „Innovation Lab for Sustainability“ an der Uni Innsbruck zu etablieren, bekamen Neumann, Chiogna und Stuchtey die Möglichkeit, ihre Forschungen fächerübergreifend zu vertiefen. „Wir versuchen Management- und Geschäftskompetenzen, Wirtschaft, Naturwissenschaften und Ingenieurwesen zusammenzuführen. Unsere vielfältigen Hintergründe gewährleisten, Problemstellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten“, so Chiogna. Der Austausch über ihre unterschiedlichen Themen, Ansätze und Methoden ist besonders für eine intensive Zusammenarbeit notwendig. 150 bis 200 Millionen Tonnen Plastik treiben in den Meeren. Martin Stuchtey beschäftigt sich mit Maßnahmen, um weitere Anhäufungen des Materials zu minimieren und sucht nach einer Alternative zum bisherigen sehr ressourcenintensiven Wachstumsmodell. Da das Einwegkonzept von Plastik an seine Grenzen stößt, müssen neue Möglichkeiten der Verwendung und Entsorgung nach der Nutzungsphase entwickelt werden. Eine Lösung für sogenanntes „grünes“, nachhaltiges Wachstum sieht er in der Circular Economy. In diesem Wirtschaftsmodell werden Ressourcen nicht verbraucht, sondern immer wieder dem Produktionszyklus zugeführt.

Wie viel Wasser von welcher Qualität den Menschen zur Verfügung steht, ist ein zentrales wissenschaftliches Interesse von Gabriele Chiogna, der sich mit Fragestellungen der nachhaltigen Wasserwirtschaft beschäftigt. Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, untersucht Chiogna vor allem die Qualität von Grundwasser, alpine Gewässer sowie den Einflussfaktor Mensch. „Ich bin überzeugt, dass das Innovationslabor einen starken Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Bewirtschaftungsstrategien von natürlichen Ressourcen im alpinen Raum leisten und zu einem Bezugspunkt für die Tiroler Gesellschaft reifen kann“, freut sich Chiogna auf die bevorstehenden Herausforderungen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Kerstin Neumann erforscht erforscht Nachhaltigkeit aus einer strategischen und organisationalen Perspektive und betont, dass für eine (auch ökonomisch) nachhaltige Entwicklung von Unternehmen und des sie umgebenden sozio-ökologischen Umfelds die langfristige Integration von Stakeholder-Interessen in Unternehmensprozesse und –strukturen genauso notwendig ist wie eine Änderung von individuellem Entscheidungsverhalten. „Wir hoffen, mit dem Lab einen Beitrag leisten zu können, die Universität Innsbruck im Zukunftsthema Nachhaltigkeit weiterhin zu stärken und wichtige Impulse für die nachhaltige Entwicklung Tirols zu geben“, so Neumann, die mit Hilfe des „Innovation Lab for Sustainability“ die Forschung zu neuen, nachhaltigen Unternehmenstypen und Unternehmenstheorien vorantreiben möchte. „Die Positionierung des Labs gestattet zudem, sich als Plattform anzubieten, um die zahlreichen, wissenschaftlich exzellenten Forschungsinitiativen der Universität – in ganz verschiedenen Bereichen der Nachhaltigkeit – noch stärker miteinander ins Gespräch zu bringen“, verdeutlicht Neumann die Notwendigkeiten des intensiven Austauschs. Die Bewusstseinsbildung für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und die Suche nach Lösungen für alternative Wirtschaftsmodelle wird immer zentraler. Neumann, Chiogna und Stuchtey versuchen mit ihren fachlichen Expertisen einen wissenschaftlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs im Rahmen des „Innovation Lab for Sustainability“ an der Uni Innsbruck zu leisten.

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