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Flüchtlinge einstellen

© Thünen-Institut

Das Thünen-Institut veröffentlicht Ergebnisse aus bundesweiten Fallstudien als praktischen Leitfaden für kleine und mittelständische Unternehmen.

Braunschweig (csr-news) > Viele Menschen, die derzeit als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, werden auch bleiben. Sie zu integrieren, ist eine große Herausforderung für die Gesellschaft. Das Thünen-Institut hat zu dieser Thematik eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich auf das Integrationspotenzial ländlicher Räume konzentriert. Ihre Leitfrage lautet: Wie kann es gelingen, geflüchtete Menschen als Arbeitskräfte zu gewinnen? In einem jetzt erschienenen kompakten Ratgeber finden Unternehmer, die Flüchtlinge einstellen wollen, viele praktische Tipps und Hinweise. Außerdem kann man in der Broschüre nachlesen, wie es einem Unternehmen gelingt, die formalen und rechtlichen Anforderungen beim Einstellungsverfahren ohne viel Aufwand zu erfüllen.

Grundlage sind bundesweite Fallstudien zur Frage, welche Erwerbsmöglichkeiten kleine Betriebe und mittelständische Unternehmen in ländlichen Räumen bieten. Dazu besuchten die Agrarökonomen Josef Efken und Hildegard Garming 21 Betriebe in fünf Bundesländern, die erfolgreich Flüchtlinge eingestellt haben – von der Tischlerei über den Metallbau bis zum Handel. In leitfadengestützten Interviews mit den Unternehmern und den eingestellten Flüchtlingen gingen sie sowohl den Erfolgsfaktoren als auch den Hindernissen für eine Einstellung von geflüchteten Menschen auf den Grund.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die deutsche Sprache. Zu Beginn der Beschäftigung müssen die Deutschkenntnisse der Flüchtlinge offensichtlich aber noch nicht perfekt sein. Die befragten Betriebsleiter und Betriebsleiterinnen gaben auch persönliches Engagement, Höflichkeit und handwerkliches Geschick als Schlüsselqualifikationen für eine Festeinstellung an. In der Regel ging der Einstellung ein erfolgreiches Betriebspraktikum voraus. In fast der Hälfte der Betriebe erfolgte eine Festeinstellung oder Übernahme in eine Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung innerhalb eines Monats; nach sechs Monaten waren die Flüchtlinge in allen 21 Betrieben fest angestellt. 19 von 21 Betrieben gaben an, schon jetzt von der Einstellung des Flüchtlings zu profitieren. Nach Empfehlungen für andere Unternehmer gefragt, war die Antwort häufig: „Einfach ausprobieren!“ und: „Unterstützung wahrnehmen“. Daher sind in dem Ratgeber auch konkrete Hinweise auf Unterstützungsangebote zu finden.

Die 24-seitige Broschüre des Thünen-Instituts kann per E-Mail an ratgeber@thuenen.de als Printexemplar kostenlos angefordert werden.

 

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