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Unternehmenschefs legen Beratertätigkeit für Trump nieder

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[aktualisiert] Nach der späten Verurteilung rechtsextremer Gewalt bei den Ausschreitungen in Virginia durch US-Präsident Donald Trump kehren ihm weitere Unternehmenschefs den Rücken.

New York (afp) > Die Chefs des Chipherstellers Intel und des Sportartikelunternehmens Under Armour teilten am Montag (Ortszeit) mit, ein Beratergremium im Weißen Haus zu verlassen. Trump hatte eine klare Schuldzuweisung an Rechtsextreme wegen der Gewalt in Charlottesville zunächst vermieden und von Gewalt auf „vielen Seiten“ gesprochen. Bei zahlreichen Politikern der Demokraten, aber auch bei Trumps Republikanern, stieß dies auf scharfe Kritik. Erst mit zwei Tagen Verspätung distanzierte sich Trump am Montag auf den massiven Druck hin von der rechtsextremen Gewalt. Intel-Chef Brian Krzanich erklärte: „Wir sollten diejenigen, die für Gleichberechtigung und andere geschätzte amerikanische Werte eintreten, verehren – nicht attackieren.“

Under-Armour-Chef Kevin Plank schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: „Under Armour ist im Bereich Innovation und Sport tätig, nicht in der Politik.“

Früher am Montag hatte bereits der Chef des Pharmakonzerns Merck, Kenneth Frazier, seine Beratertätigkeit für Trump niedergelegt. Als Unternehmenschef und aufgrund seines persönlichen Gewissens fühle er die „Verantwortung, gegen Intoleranz und Extremismus einzustehen“.

Inzwischen hat sich auch der Chef der wichtigsten US-Gewerkschaft aus dem Beratergremien zurückgezogen. „Wir können nicht dem Beirat eines Präsidenten angehören, der Intoleranz und heimischen Terrorismus toleriert“, erklärte Richard Trumka von der Gewerkschaft AFL-CIO.