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Strengere Regeln bei Nutztierhaltung

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Eine große Mehrheit der Deutschen spricht sich einer Umfrage zufolge für schärfere Regeln zur artgerechteren Haltung von Nutztieren aus.

Berlin (afp) > Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Mittwoch mitteilte, sind 73 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass es hierzu strengere gesetzliche Vorschriften geben sollte, 23 Prozent sind der Ansicht, dass die gegenwärtige Gesetzgebung ausreicht. Frauen sind laut der Umfrage durch das Institut Forsa häufiger als Männer der Ansicht, dass es strengere Vorschriften geben sollte. 78 Prozent der Frauen befürworten dies demnach, bei den Männern sind es 67 Prozent.

Vier von fünf Bundesbürgern befürworten eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für alle tierischen Lebensmittel, die zeigt, wie die Tiere gehalten wurden. Ebenso viele Bundesbürger sind der Umfrage zufolge für ein Verbot sogenannter Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung. Reserveantibiotika sind Medikamente, die bei Menschen eingesetzt werden, wenn normale Antibiotika aufgrund von Resistenzen nicht mehr wirken. „Ein Verbot von Reserveantibiotika in der Nutztierhaltung ist überfällig“, forderte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Tiere, die gut gehalten würden, bräuchten keine Antibiotika, „und schon gar nicht solche, die für die menschliche Gesundheit essenziell sind“.

Um Transparenz im Bereich der Nutztierhaltung zu schaffen, fordert der BUND eine verpflichtende staatliche Haltungskennzeichnung, die es Verbrauchern nach Angaben der Umweltschutzorganisation ermöglichen soll, „sich aktiv für mehr Umwelt- und Tierschutz zu entscheiden“. Die von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) vorgestellten Kriterien für ein staatliches Tierwohl-Label seien „unzureichend“, kritisierte der BUND.

Für die repräsentative Forsa-Umfrage wurden vom 4. bis zum 6. September 1002 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Fehlertoleranz wird mit drei Prozentpunkten angegeben.