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Frühere Angestellte verklagen Google

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Weniger Geld für gleiche Arbeit und Stau auf der Karriereleiter: Drei frühere Google-Mitarbeiterinnen haben den US-Konzern wegen ungleicher Behandlung von Männern und Frauen verklagt.

San Francisco (afp) > Die Frauen werfen dem Technologieriesen in der in San Francisco eingereichten Klage eine „systematische und allgegenwärtige Diskriminierung“ zu Ungunsten weiblicher Angestellter vor – und zwar hinsichtlich der Bezahlung und der Aufstiegschancen im Unternehmen. Frauen würden bei Google bei gleicher „Kompetenz, Erfahrung und Position“ geringer bezahlt als Männer, heißt es in der am Donnerstag eingereichten Klage. Außerdem würden ihnen weniger Beförderungen angeboten als ihren männlichen Mitstreitern. Die Klägerinnen werfen Google dabei vor, diese Probleme „seit langem zu kennen“ und trotzdem nichts dagegen zu unternehmen. Das habe mittlerweile zu „bedeutenden Schäden“ für die Frauen geführt.

Die Anwälte der früheren Google-Mitarbeiterinnen streben eine Umwandlung in eine Sammelklage an, um noch mehr Frauen zu erreichen, die derzeit bei Google angestellt sind oder es einmal waren. Nach Überzeugung der Klägerinnen verstößt Google mit seiner Unternehmenspolitik gegen das Gesetz zur Geschlechtergleichheit bei der Bezahlung (Equal Pay Act) sowie gegen das Arbeitsrecht des Staates Kalifornien.

Google selbst wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen werde die Klage noch „im Detail prüfen“, stimme den „wesentlichen Anschuldigungen“ jedoch nicht zu, erklärte Konzernsprecherin Gina Scigliano. „Wir arbeiten wirklich hart für ein gutes Arbeitsumfeld und dafür, dass jeder hier Erfolg haben kann.“ Positionen und Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen würden streng geprüft, auch nach dem Gesichtspunkt der Geschlechtergleichheit.

Bei Google arbeiten derzeit 69 Prozent Männer, bei den technischen Jobs liegt die Quote bei 80 Prozent. Vorwürfe der ungleichen Behandlung verbunden mit Sexismus-Anschuldigungen sind im Silicon Valley seit Jahren ein sensibles Thema. Im August sorgte ein Google-Entwickler mit einem sexistischen Schreiben über den geringen Anteil von Frauen in der Technologiebranche für viel Aufregung. Er hatte ihn mit „biologischen“ Unterschieden erklärt – und wurde kurz darauf entlassen.

 

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