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Eine nationale Nutztierstrategie

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Deutschlands Bauern fordern eine national einheitliche Strategie für mehr Tierwohl.

Osnabrück (afp) > Der stellvertretende Präsident des Bauernverbands, Werner Hilse, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Mittwoch, wer den Durchbruch beim Tierwohl wünsche, „braucht eine nationale Nutztierstrategie“. Er bemängelte teils sehr unterschiedliche Vorstellungen je nach Bundesland. „Der Bauer in Niedersachsen muss die gleichen Voraussetzungen haben wie derjenige in Bayern oder Brandenburg.“ Wenig Hoffnungen setzt Hilse in das geplante staatliche Tierwohl-Label. „Das staatliche Label wird immer in der Nische bleiben, weil das Fleisch exorbitant teurer wird“, sagte er der „NOZ“. Etwa 20 Prozent des Schweins, darunter Schnauze und Pfoten, könnten in Deutschland nicht vermarktet werden und müssten exportiert werden. Weil im Ausland aber kein Mehrpreis für das deutsche Label gezahlt werde, müssten die Kosten auf den Preis der in Deutschland verkauften Teile aufgerechnet werden.

Hilse kritisierte zudem, dass sich Unternehmen wie die Fastfoodkette McDonald’s nicht an dem Label beteiligten. Über ihre Filialen werde ein großer Anteil des in Deutschland produzierten Fleischs verkauft. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) plant seit längerem die Einführung eines staatlichen Siegels auf freiwilliger Basis. Das Tierwohl-Label stößt grundsätzlich auf Zustimmung bei Verbrauchern und Tierschützern, Kritik regt sich aber an der Freiwilligkeit des Siegels. Viele Organisationen und Umweltschützer fordern verbindliche Vorgaben, die deutlich über dem gesetzlichen Mindeststandard liegen.