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Vorfahrt für den Klimaschutz

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Ein Unternehmensbündnis fordert von den Jamaika-Parteien mehr Tempo beim Klimaschutz.

Berlin (afp/csr-news) > Eine Allianz von 51 Dax-Konzernen, Mittelständlern sowie Verbänden fordert die Jamaika-Parteien in den Sondierungsgesprächen auf, Klimaschutz zur zentralen Aufgabe der künftigen Regierung zu machen. In der gemeinsamen Erklärung forderten die Unterzeichner am Dienstag „einen verlässlichen und sozialverträglichen Ausstiegspfad bei der Kohleverstromung“ sowie einen „investitionsrelevanten CO2-Preis“. Unterzeichnet haben beispielsweise Aldi Süd, Deutsche Telekom und der Energiekonzern EnBW. Die teilnehmenden Firmen beschäftigen laut eigenen Angaben zusammen mehr als 450.000 Menschen in Deutschland und erwirtschaften weltweit mehr als 350 Milliarden Euro im Jahr – „mehr als der Bundeshalt 2017“. Es handle sich um die „größte und umfassendste Unternehmenserklärung für ambitionierten Klimaschutz, die in Deutschland je veröffentlicht wurde“. “Diese Erklärung zeigt, dass Viele in der Wirtschaft bei Energie-, Verkehrs- und Wärmewende mehr Tempo wollen, als die Politik bis jetzt bereit ist zuzulassen. Immer mehr Unternehmen haben Sorgen davor, dass Deutschland beim Klimaschutz und damit bei neuen Technologien zurückfällt“, so Prof. Maximilian Gege, Vorsitzender von B.A.U.M. e.V.

Die Unternehmen und Verbände fordern unter anderem höhere Ausschreibemengen für Ökostrom, mehr Anreize für Gebäudesanierungen und „Vorfahrt für Stromnetze und Speicher“. Außerdem solle die künftige Regierung eine „Modernisierung“ von Steuern und Abgaben und die Beendigung von Subventionen für fossile Energieträger bis 2025 „prüfen“. „Wir fordern von der künftigen Bundesregierung, dem Klimaschutz eine deutlich höhere Priorität zu geben. Es ist sehr wichtig, dass wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen. Dafür brauchen wir Unternehmen die entsprechenden Richtlinien. Alleine können wir den Klimawandel nicht aufhalten, aber viele zusammen können viel erreichen“, sagt Anke Stübing, Head of Corporate Social Responsibility und NCC bei Nestlé Deutschland. Mit klugen staatlichen Rahmensetzungen könne auch die im internationalen Wettbewerb stehende energieintensive Industrie ihren Umbau vorantreiben und dabei ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Mitunterzeichner Christoph Bals von der Umweltorganisation Germanwatch erklärte: „Während des Klimagipfels in Bonn schaut die Welt mit Spannung auf Deutschland, ob in den Koalitionsverhandlungen endlich die notwendigen Umsetzungsschritte für die international angekündigten Klimaziele beschlossen werden.“ Dieser „starke  Appell eines relevanten Teils der deutschen Wirtschaft“ sei ein wichtiger Antreiber.

Der Kohleausstieg ist ein Streitthema in den Sondierungsgesprächen in Berlin. Sabine Nallinger, Vorstand der Stiftung 2°: “Klar ist, dass der Kohleausstieg in den Koalitionsverhandlungen auf den Tisch muss und zwar ohne Scheuklappen. Die Unternehmen brauchen Planungs- und Investitionssicherheit, um ihren Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten zu können. Jamaika sollte den Klimaschutz zu dem Modernisierungsprojekt unserer Zeit machen, um die deutsche Wirtschaft wettbewerbs- und zukunftsfähig aufzustellen.”

Zusammen bringen die Unternehmen mehr als 450.000 Beschäftige alleine in Deutschland und einen globalen Umsatz von über 350 Mrd. EUR (mehr als der deutsche Bundeshalt 2017) auf die Waage. Koordinatoren der Erklärung sind die Unternehmensverbände Stiftung 2° und B.A.U.M. sowie die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch. Zeichner der Erklärung sind in Deutschland aktive Großunternehmen, größere Mittelständler und Verbände zahlreicher Branchen, darunter 6 DAX-30-Konzerne und viele bekannte Namen. Auch energieintensive Industrieunternehmen und Kohlekraftwerksbetreiber unterstützen den Appell. Viele der zeichnenden Unternehmen sind keine unmittelbaren Gewinner der Dekarbonisierung oder Energiewende. Die Zeichner sind jedoch bereit, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

 


Die 51 Zeichner der Erklärung: adidas Group | AIDA Cruises | Alfred Ritter GmbH & Co. KG | Alba Group | ALDI SÜD | Alnatura | Baufritz | Bausparkasse Schwäbisch Hall | CEWE | DAIKIN Airconditioning Germany | Deutsche Börse | Deutsche ROCKWOOL | Deutsche Telekom | Deutsche Wohnen | elobau | EnBW | ENTEGA | E.ON | EPSON Deutschland | EWE | Gegenbauer Holding | GLS Bank | Hermes Germany | HOCHTIEF | Interseroh | ista International | IWAN BUDNIKOWSKY | Lebensbaum | LR Facility Services | Max Bögl | Metro | Naturstrom | Nestlé Deutschland | Otto Group | Papier- und Kartonfabrik Varel | PUMA | SAP | Schneider Schreibgeräte | Schüco International KG | Siemens | Sparda-Bank München | Stadtwerke München | Stadtwerke Tübingen | Tchibo | Triodos Bank | Trianel | Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV) | Viebrockhaus | WALA | Wilkhahn | Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V (ZVEI)