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Planet ohne Verschmutzung

Erik Solheim, UNEP Executive Director, © Natalia Mroz/UN Environment

Zum Abschluss der seit Montag in Nairobi tagenden UN-Umweltversammlung (Unea) gaben die Teilnehmerländer am Mittwoch eine Erklärung ab, die den Weg zu einem “Planeten ohne Verschmutzung” weisen soll.

Nairobi (afp) > Demnach hat die internationale Gemeinschaft sich dazu verpflichtet, die Verschmutzung von Böden, Flüssen, Ozeanen und der Luft deutlich zu verringern. Um die Verschmutzung durch Chemie- und Plastikprodukte zu reduzieren, bedürfe es einer drastischen Veränderung der Art und Weise, wie produziert und konsumiert wird. “Die Umweltverschmutzung verkürzt jeden Tag die Leben von Millionen von Menschen”, hieß es in dem Papier, das die Vertreter der Teilnehmerstaaten gemeinsam verfassten. Die Regierungen der Länder verpflichteten sich dazu, “nachhaltige wirtschaftliche Produktivität” und “nachhaltigere Lebensweisen” zu fördern. Zentral dafür seien die Wiederverwertung von Rohstoffen und die Reduzierung von Abfall. „Umweltverschmutzung trifft vor allem die ärmeren Teile der Bevölkerung. Der Einsatz für einen verschmutzungsfreien Planeten ist daher auch ein Einsatz für eine gerechte und lebenswertere Welt. Dafür müssen wir unsere Infrastruktur umweltverträglich modernisieren, Produktion und Lebensstile nachhaltiger gestalten und anspruchsvolle Umweltstandards effektiv umsetzen”, so Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth in Nairobi.

Als nächstes sei ein konkreter Aktionsplan nötig, sagte Ibrahim Thiaw, Chef des Umweltprogramms der UNO (Unep). “Die Art und Weise, wie wir produzieren und konsumieren, muss sich ändern.” Auf nationaler und lokaler Ebene seien dafür Maßnahmen wie Verbote von Einweg-Plastiktüten nötig. Nach Unep-Angaben hängen sieben Millionen Todesfälle im Jahr mit der schlechten Luftqualität zusammen, die unter anderem durch Industrieemissionen und Autoabgase verursacht wird. Weitere häufigere Todesursachen sind Wasserverschmutzung sowie Giftstoffe und krebserregende Substanzen am Arbeitsplatz. So beschloss die UNEA eine Reihe von Resolutionen zu konkreten nächsten Schritten der UN-Mitgliedsstaaten unter anderem gegen Boden-, Wasser-, Meeres- und Luftverschmutzung sowie gegen Verschmutzung durch bleihaltige Produkte und die Gesundheitsfolgen von Umweltverschmutzung.

Unter dem Motto “Beat Pollution” wurden fast 2,4 Millionen freiwillige Verpflichtungen von UN-Mitgliedsstaaten, Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und Einzelpersonen präsentiert, die Maßnahmen unterschiedlicher Art gegen Umweltverschmutzung ergreifen möchten. So unterstützt das Bundesumweltministerium die UN-Allianz “PAGE” für Grünes Wirtschaften mit 13 Millionen Euro für Maßnahmen in Entwicklungsländern. Ferner fördert das BMUB das “International Sustainable Chemistry Collaborative Centre” in Bonn und plant die Ausrichtung der Konferenz der Internationalen Stickstoffinitiative 2020 in Berlin.