CSR_NEWS Topnews

Social Media brauchen mehr Stakeholderdialoge

Digitale Ethik: Das Interview mit dem Wirtschaftsethiker Thorsten Busch (St. Gallen)

St.Gallen (csr-magazin) – Die wichtigsten Stakeholder der Social Media-Konzerne sind deren Nutzer und nicht die Kapitalgeber. Das sagt Thorsten Busch, der am Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen zur Digitalen Unternehmensethik forscht. Das Interview mit ihm führte Achim Halfmann.

CSR MAGAZIN: Brauchen Social-Media-Plattformen eine stärkere Regulierung?

Dr. Thorsten Busch: Unternehmen haben die Pflicht, ihre besonders verwundbaren Stakeholder zu schützen. Das können Frauen sein, Farbige oder Gewaltopfer. Die meisten Social-Media-Plattformen sind im Silicon Valley von weißen Männern für weiße Männer entwickelt worden. Das Problem liegt daher schon im Design, und wenn wir nur legalistisch über Regularien für Social Media-Plattformen diskutieren, greifen wir zu kurz. Besser wäre ein Value Sensitive Design, das die Bedürfnisse der Nutzer berücksichtigt.

Wie finden Medienunternehmen zu einem Value Sensitive Design?

Die Social-Media-Konzerne sollten mit ihren wichtigsten Stakeholdern reden, den Nutzern. Bei vielen Unternehmen gewinnt man den Eindruck, sie sind primär von Venture Capital getrieben – es geht also um den möglichst schnellen Weg an die Börse, und die Finanzgeber sind die einzig relevanten Stakeholder.

Es gibt Wege für den Dialog mit den Nutzern. Facebook etwa hat bis vor einigen Jahren die Möglichkeit geboten, bei Veränderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen ein Veto einzulegen. Als die Plattform weiterwuchs, wurde das abgeschafft.

Dass solche Nutzerdialoge möglich und nützlich sind, zeigt die Online-Spielebranche. Der isländische Spieleentwickler CCP Games lässt die Nutzer der Internet-Rollenspiels EVE Online über die Designentwicklung mitentscheiden. Und ein Spielerrat wird einmal im Jahr zum Dialog an den Firmensitz nach Reykjavík eingeladen.

CSR NEWS-Partner lesen hier die ganze Meldung.