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BHP tritt aus Weltkohleverband aus

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Der größte Bergbaukonzern der Welt, BHP aus Australien, will als Zeichen für seinen Kampf gegen den Klimawandel aus dem Weltkohleverband austreten.

Sydney (csr-news/afp) > BHP erwäge zudem, die US-Handelskammer zu verlassen, die das Klimaabkommen von Paris ablehnt. Die endgültige Entscheidung werde im März fallen, teilte BHP am Dienstag mit. Der Weltkohleverband ist gegen feste Ausbauziele für erneuerbare Energien und plädiert für mehr Investitionen in sauberere Kohletechnologien.

Der britisch-australische Konzern BHP hatte seine Verbandsmitgliedschaften unter die Lupe genommen und geprüft, ob sie mit der Unternehmenspolitik im Einklang stehen, nämlich dass es den Klimawandel gibt und dass er durch Emissionsreduzierung und die Nutzung erneuerbarer Energien bekämpft werden sollte. Am Dienstag veröffentlichte BHP einen Bericht, in dem die Positionen zur Klima- und Energiepolitik von 21 Industrieverbänden, denen das Unternehmen angehört, untersucht wurden. Bei drei Verbänden, dem Weltkohleverband, der US-Handelskammer und dem australischen Bergbaurat wurde deutliche Differenzen zur eigenen Position festgestellt. Die Mitgliedschaft in diesen Verbänden stände nun zur Disposition. So heißt es in dem Bericht, sollte der australische Bergbaurat weiterhin für die Kohlenutzung eintreten, werde BHP ihn verlassen. Weil aber die Vorteile der Mitgliedschaft nennenswert sein, hat BHP zunächst den Verwaltungsrat der MCA über die Differenzen informiert und innerhalb einer angemessenen Zeit entsprechende Veränderungen gefordert.

Geoff Healy, Chief External Affairs Officer bei BHP betonte allerdings die hohe Bedeutung von Industrieverbänden. Sie seien nicht die Interessensvertretung eines einzelnen Unternehmens, sondern seien wichtig für den Austausch bewährter Verfahren, sowie die Entwicklung von technischen Standards und Richtlinien. “Auch wenn wir unseren Branchenverbänden nicht immer zustimmen können, werden wir weiterhin wesentliche Unterschiede zu unserer Position aufzeigen und wir werden erforderlichenfalls Maßnahmen ergreifen, so wie wir es heute getan haben“, sagte Healy bei der Vorstellung des Berichts. Auch zukünftig werde man eigene Ansichten und Forderungen an Investoren, Regierungen und die Zivilgesellschaft direkt formulieren, gleichwohl auch mit Branchenverbänden konstruktiv zusammenarbeiten. Mit dem Bericht wolle man sein Engagement gegen den Klimawandel und das Bekenntnis zur Transparenz deutlich machen.

Auch der zweitgrößte Bergbaukonzern der Welt, das britisch-australische Unternehmen Rio Tinto, verabschiedet sich derzeit von der Kohle. Die meisten seiner Kohleminen in Australien verkaufte Rio Tinto bereits an Yancoal aus China.