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Trend zu mehr Tierwohl

Verbraucher in Deutschland achten bei ihrer Ernährung auf das Wohl der Tiere und befürworten eine umfangreiche Ernährungsbildung in der Schule.

Berlin (afp) > Das sind zwei Erkenntnisse des am Mittwoch von der Bundesregierung präsentierten Ernährungsreports, den das Institut Forsa erstellt hat. Demnach nannten 66 Prozent der Teilnehmer bei der Frage nach ihren persönlichen Erwartungen an die Landwirtschaft das Tierwohl auf Platz eins. Damit stand das Wohl der Tiere noch vor der Qualität der Produkte, der Entlohnung der Mitarbeiter und einer umweltschonenden Produktion. Der “Trend zu mehr Tierwohl” habe sich verfestigt, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Außerdem sehen sich demnach 86 Prozent der Verbraucher  selbst in der Pflicht, Lebensmittelabfälle zu reduzieren, 63 Prozent kauften bereits bewusster ein.

Wie der Report ebenfalls ergab, sehen 91 Prozent der Bundesbürger den Ernährungsunterricht in der Schule auf einer Stufe mit Fächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch. Auch Schmidt sprach sich für ein eigenes Schulfach Ernährungsbildung aus. Was die privaten Haushalte angeht, so gaben 43 Prozent der Befragten an, dass sie in einer gewöhnlichen Woche so gut wie jeden Tag selbst kochen. Ebenso viele Menschen essen aber mindestens einmal pro Woche außer Haus. Forsa befragte für den Report 1017 Bundesbürger ab 14 Jahren.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch warf dem Ministerium vor, “belanglose Broschüren” herauszubringen, statt produktive Politik zu machen. So sei zwar bekannt, dass sich Verbraucher eine bessere Kennzeichnung und eine gute Tierhaltung in der Landwirtschaft wünschten, jedoch werde Schmidt nicht aktiv. So hatte der Minister in seiner Amtszeit ein staatliches Tierwohl-Label angekündigt, umgesetzt ist es bislang aber nicht.

Die Organisation BUND erklärte dazu, das vorgeschlagene Label reiche nicht aus. Die Standards seien dabei kaum höher als die gesetzlichen Vorgaben und verdienten den Namen Tierwohl nicht. Anstatt weiter auf Freiwilligkeit zu setzen, müsse die Regierung “endlich ein verpflichtendes Label einführen”.

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