Agenturmeldung Nachrichten Umwelt

Weniger Plastiktragetaschen

Das Bundesumweltministerium hat eine positive Bilanz der vor anderthalb Jahren eingeführten freiwilligen Vereinbarung für weniger Plastiktüten im Handel gezogen.

Berlin (afp) > Diese zeige eine “signifikante Wirkung”, seitdem sei der Verbrauch von Plastiktüten im Handel stetig gesunken, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag. Wie der Handelsverband Deutschland (HDE) ausführte, sank die Anzahl der Kunststofftragetaschen nach den letzten verfügbaren Zahlen im Jahr 2016 um 33 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015. Nach Angaben des HDE belief sich die Zahl der Kunststofftragetaschen im Jahr 2016 auf 3,7 Milliarden. Für das Jahr 2017 sollen die Zahlen im Juni dieses Jahres veröffentlicht werden, wie der Verband ausführte. Erwartet würden dabei “weitere signifikante Rückgänge”, da im vergangenen Jahr zahlreiche Supermärkte angekündigt hätten, künftig auf Plastiktüten zu verzichten.

Das Bundesumweltministerium kündigte an, in diesem Jahr einen eigenen Monitoringbericht vorzulegen. Generell sei die getroffene Vereinbarung ein “sehr großer Erfolg”. Nachholbedarf gibt es indes noch bei sehr dünnen Tüten, wie sie an der Fleischtheke oder im Gemüsebereich zu finden sind. Hier gebe es zum einen hygienische Hürden und zum anderen noch keine zufriedenstellende Alternative, um auf die Plastiktüten gänzlich verzichten zu können. Das Bundesumweltministerium und der HDE hatten im April 2016 eine Vereinbarung unterzeichnet, wonach innerhalb von zwei Jahren 80 Prozent der Kunststofftüten kostenpflichtig sein sollen. Hintergrund der Initiative ist eine EU-Richtlinie, wonach der Verbrauch der Kunststofftüten in den Mitgliedstaaten bis 2019 auf 90 Tüten und bis 2025 auf 40 Tüten pro Einwohner und Jahr reduziert werden soll.

Wie der HDE bereits in seinem Bericht für 2016 herausgestellt hatte, sank der Verbrauch von Plastiktüten in dem Jahr auf 38 pro Einwohner im Jahr – damit ist das EU-Ziel schon erfüllt. Mit Stand vom April 2017 beteiligten sich fast 360 Unternehmen an der freiwilligen Selbstverpflichtung.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar