Forschungsprojekte

Bildung: Keine „Verzweckung“ bei Unternehmensengagement

Fulda (csr-news) – Das gemeinsame Engagement von Unternehmen und gemeinnützigen Trägern verwirklicht in der Regel sozialarbeiterische Prinzipien wir „Solidarität“ oder „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das gilt auch für Bildungsprojekte, in denen sich Unternehmen häufig mit eigenem Personal engagieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine im vergangenen Jahr von Prof. Bettina Stoll an der Hochschule Fulda durchgeführten Studie.

„Der Bildungsbereich spielt bei Corporate Citizenship-Projekten von Unternehmen eine besondere Rolle, denn darin geht es um die Sicherung des Fachkräftebedarfs von morgen“, so Stoll. Unternehmen und NGOs bzw. NPOs kooperieren, um Schüler bei ihren Bewerbungen zu unterstützen, um ihre naturwissenschaftlichen Fähigkeiten zu fördern oder um arbeitslose jungen Menschen in Beschäftigung zu bringen. Dabei zielt die soziale Arbeit auf erweiterte Teilhabechancen junger Menschen, während Unternehmen potentielle Arbeitnehmer befähigen wollen, in der Arbeitswelt zu bestehen. „Dass Bildungsprozesse nicht verzweckt werden, liegt in der Verantwortung der Gemeinnützigen und ihrer sozialpädagogischen Fachkräfte“, sagt Stoll. „Denn Unternehmen erkennen in der Regel an, dass dort die größere soziale bzw. gesellschaftliche Kompetenz liegt, und überlassen ihren NPO-Partnern die Führung.“

Beim Einsatz von Unternehmensmitarbeitern in Bildungsprojekten sei häufig Solidarität zu spüren. Stoll weiter: „Die Beschäftigten aus Unternehmen wissen, wie wichtig Arbeitsmarktqualifikationen für die Zukunft junger Menschen sind. Und sie erleben: Viele Jugendliche erhalten nicht die Förderung, die ich selbst erfahren habe.“ Zukünftige Forschungsprojekte sollten in den Blick nehmen, unter welchen Bedingungen das unmittelbare Engagement von Unternehmensmitarbeitern in sozialen und Bildungsprojekten erfolgreich sein kann, so Stoll. Sind diese den sozialen und pädagogischen Herausforderungen gewachsen? Ist ein gemeinsames Engagement von Beschäftigten aus NPOs und aus Unternehmen wirkungsvoller?

Unternehmen wollen in Corporate Citizenship-Projekten jedenfalls nicht auf die Rolle von bloßen Geldgebern reduziert werden, so ein weiteres Studienergebnis. Neben finanzieller Unterstützung und Mitarbeitendenengagement bringen sie Know How, sachliche Ressourcen wie Räume oder Technik, Wissen und ihre Netzwerke in solche Kooperationen ein.

Im Rahmen der qualitativen Studie an der Hochschule Fulda wurden Anfang 2017 bundesweit Verantwortliche aus 14 Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen befragt.

Kontakt:

Prof. Dr. Bettina Stoll
Hochschule Fulda
Leipziger Straße 123
36037 Fulda
Tel.: +49 661 9640-2204
Fax: +49 661 9640-249
E-Mail: bettina.stoll(at)sw.hs-fulda.de

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