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Übernahme beim “Grünen Punkt” problematisch

© Der Grüne Punkt/ Thomas Mayer

Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) sieht den möglichen Aufkauf des Grüner-Punkt-Unternehmens Duales System Deutschland mit großer Sorge.

Münster (afp) > Wenn der deutsche Marktführer Remondis DSD übernehmen sollte, “dann schrillen bei uns alle Alarmglocken”, sagte VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp der Nachrichtenagentur AFP. Die Folge der Übernahme könnten höhere Preise sein – am Ende auch für die Verbraucher. Remondis mit Sitz im westfälischen Lünen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten “Dienstleister für Recycling, Service und Wasser”, für den mehr als 30.000 Menschen arbeiten. In Deutschland hat das Unternehmen bereits viele kleine und größere Entsorger übernommen. In einigen Regionen sei Remondis bereits der einzige Anbieter bei der Sammlung und Sortierung von Verpackungsabfällen, sagte Hasenkamp. “Monopolisten können Preise vorgeben oder diktieren.” Derzeit zahlt ein deutscher Verbraucher im Schnitt jährlich 13 Euro an der Ladenkasse für die Verpackungsentsorgung. Diese Summe könnte sich “deutlich erhöhen”, fürchtet Hasenkamp.

DSD ist das marktbeherrschende Unternehmen in Deutschland bei der Entsorgung von Verpackungsabfall. Die Firma sammelt Verkaufsverpackungen und verwertet sie. Gegründet worden war DSD nach dem Inkrafttreten der Verpackungsverordnung von 1991. Seitdem sind Handel und Unternehmen verpflichtet, Verpackungsmüll zurückzunehmen. Das erledigt das DSD für sie und erhält dafür Lizenzgebühren zur Nutzung des Grünen Punktes.

Die kommunalen Unternehmen sehen eine mögliche Übernahme durch Remondis aus einem weiteren Grund sehr skeptisch: Das DSD sei “eine Art Scharnier zwischen Entsorgern und den Inverkehrbringern von Verpackungen”, sagte Hasenkamp, der auch Leiter der Abfallwirtschaft Münster ist. Wenn nun ein Entsorgungsunternehmen wie Remondis das DSD dominiere, “dann bekommt es Kenntnis über alle relevanten Daten” – auch der Angebote von Mitbewerbern für die Abfallsammlung. “Das darf nicht sein”, betonte der VKU-Vizepräsident. Branchenkreise sprechen sogar davon, dass eine solche Fusion vom zukünftigen Bundeswirtschaftsminister zur Chefsache gemacht werden müsste. Laut dem VKU teilen sich kommunale und private Firmen die Entsorgung von Restmüll in Deutschland etwa zu gleichen Teilen auf. Bei der Sammlung von Verpackungsmüll haben kommunale Betriebe dagegen nur einen Anteil von geschätzt 25 Prozent – die Sortierung dieses Mülls übernehmen fast ausschließlich private Unternehmen.

 

 

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