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Vorreiter im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung

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Im Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln gibt es nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation WWF bundesweit deutliche Unterschiede.

Berlin (afp) > Fünf der 16 Bundesländer – Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen – seien “Pioniere”, die sich bereits umfassend mit dem Thema beschäftigten, erklärte der WWF am Freitag. Doch auch in diesen Pionier-Ländern gelinge es nicht, “das mangelnde und unkonkrete Handeln der Bundespolitik” zu kompensieren, kritisierten die Umweltschützer. Zum Mittelfeld der Bundesländer gehören demnach Berlin, Brandenburg, Hessen, das Saarland und Schleswig-Holstein. Bislang kaum oder erst seit Kurzem aktiv geworden sind hingegen Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Dabei hat die Lebensmittelverschwendung nach Berechnungen des WWF erhebliche ökologische Folgen: Jedes Jahr werden demnach 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet, nur um die darauf angebauten Produkte wieder wegzuwerfen. Das entspricht einer Fläche größer als das Bundesland Hessen. Hinzu kommen nach WWF-Angaben unnötig freigesetzte Treibhausgasemissionen in Höhe von 48 Millionen Tonnen. Insgesamt gehen in Deutschland jedes Jahr mehr als 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel verloren. Über die Hälfte davon sei vermeidbar, kritisiert der WWF. Nötig sei deshalb ein bundesweit abgestimmtes Vorgehen, um den Ländern einen Handlungsrahmen zu geben, forderte die Umweltschutzorganisation. “Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung zu halbieren”, erklärte Jörg-Andreas Krüger vom WWF. “Bisher ist es bei dieser vollmundigen Ankündigung geblieben.” In der Pflicht sei nun die neue Bundesregierung. Noch in der ersten Hälfte der Legislaturperiode müsse eine Strategie zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten entwickelt werden, forderte Krüger.

Ein zusätzliches Problem sei, dass sowohl die Bundesländer als auch der Bund bislang vor allem die Verbraucher in die Pflicht nehmen und mit Aufklärungskampagnen ansprechen, kritisierte WWF-Expertin Tanja Dräger. 60 Prozent der Verluste entstünden jedoch “entlang der Wertschöpfungskette – vom Produzenten bis hin zum Großverbraucher”.

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