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Gefährliche Kinderarbeit dringend abschaffen

ILO-Generaldirektor Guy Ryder © Marcel Crozet / ILO

„Wir müssen dringend handeln, damit kein Kind unter 18 Jahren gefährliche Kinderarbeit verrichten muss, da Kinder viel anfälliger für Risiken sind als Erwachsene“, sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit.

Genf (csr-news) > 2018 rückt der Welttag gegen Kinderarbeit die Beendigung gefährlicher Kinderarbeit in den Mittelpunkt, als Teil der umfassenden ILO-Kampagne gegen Kinderarbeit und für sichere und gesunde Arbeitsplätze auch für junge Menschen, die das legale Erwerbsalter erreicht haben – „Generation Safe & Healthy“. Fast die Hälfte der 152 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Jahren, die Kinderarbeit verrichten – ungefähr 73 Millionen Kinder – arbeiten unter gefährlichen Bedingungen. Die Kinder plagen sich in Minen, auf dem Feld, in Fabriken und Haushalten. Sie sind häufig Pestiziden oder anderen giftigen Substanzen ausgesetzt, sie tragen schwere Lasten und arbeiten viele Stunden. Sie  leiden oftmals lebenslang an den psychischen und physischen Folgen der Kinderarbeit, so dass ihr gesamtes weiteres Leben davon betroffen ist.

Kein Kind unter 18 Jahren darf gefährliche Arbeiten verrichten, wie in den ILO-Übereinkommen 138 zum Mindestalter  und 182 zur Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit  festgelegt ist. Regierungen haben die Pflicht, in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern nationale Listen von verbotener gefährlicher Arbeit für Kinder zu erstellen und umzusetzen. Die beiden ILO-Übereinkommen wurden von 171 und 181 ILO-Mitgliedsstaaten ratifiziert – nahezu vollständig – und belegen die Verpflichtung, Kinderarbeit in allen Formen zu beseitigen. Es ist Zeit, unser Handeln zu verstärken.

Ein neuer ILO-Bericht „Towards the Urgent Elimination of Hazardous Child Labour“ zeigt, dass bestimmte Gefährdungen bei der Arbeit, wie häufig eingesetzte Chemikalien oder Exposition von psychologischem Stress, schlimmere gesundheitliche Folgen, als bisher angenommen, für die Kinder haben. Weitere Ergebnisse der Studie: Die Entwicklungsjahre, als Phase der körperlichen Reife, beginnen heute früher und reichen bis Mitte der Zwanzigerjahre. Diese erweiterte Wachstumsphase für Kinder und junge Erwachsene bringt eine Reihe von Gefährdungen, die Antworten des Gesetzgebers und in der Praxis erfordern, um Gesundheitsgefährdungen vorzubeugen.

Der Zusammenhang zwischen Bildung  und Gesundheit ist entscheidend. Bildungsdefizite erhöhen das Risiko für Gesundheitsgefährdungen und umgekehrt hat gute Bildung positive und schützende Auswirkungen auf die Gesundheit. Obwohl die Gesamtzahl der Kinder, die gefährliche Arbeiten verrichten müssen, in den vergangenen Jahren gesunken ist, beschränkt sich dieser Fortschritt auf ältere Kinder. Zwischen 2012 und 2016 gab es fast keinen Rückgang der Kinderarbeit für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. Die Zahl dieser am meisten gefährdeten Gruppe steigt sogar aktuell. Das ist nicht akzeptabel.

Die nachhaltige Entwicklungsagenda 2030  bekräftigt die Dringlichkeit der Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit, einschließlich gefährlicher Arbeit, ebenso wie eine schützende und sichere Arbeitsumwelt für alle Arbeiterinnen und Arbeiter. Das Ziel – Beendigung aller Formen von Kinderarbeit – soll bis zum Jahr 2025 erreicht sein. Wenn wir dieses feierliche Versprechen an die Kinder der Welt halten wollen, müssen wir dringend die Ursachen für Kinderarbeit beseitigen. Dies trifft vor allem auf die Landwirtschaft zu, wo Kinder häufig bereits im Alter von sechs bis acht Jahren arbeiten.

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