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Lücke zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit

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Nur wenige deutsche Unternehmen fördern systematisch Frauen in Führungspositionen.

Berlin (afp/csr-news) >  Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact ergab, gehört die Förderung der Geschlechtergleichheit nur in 27 Prozent der Unternehmen zu den zehn wichtigsten Prioritäten. Nur 29 Prozent gaben an, dass es standardisierte Kriterien gibt, mit denen Talente identifiziert und in passende Positionen befördert werden. An der Umfrage im Auftrag der Initiative “Chefsache” nahmen rund 400 Führungskräfte teil. Demnach sind 68 Prozent davon überzeugt, die Talententwicklung in ihrem Unternehmen böte Frauen und Männern gleiche Karrierechancen. Insgesamt 74 Prozent der befragten Entscheider berichten allerdings, in ihrem Unternehmen würden flexible Arbeitszeitmodelle für Führungspositionen nicht oder nur vereinzelt unterstützt. “Die Zahlen offenbaren sehr deutlich, wie groß die Lücke zwischen Denken und Realität in punkto Karrierechancen von Frauen und Männern ist”, erklärte Janina Kugler, im Siemens-Vorstand für den Bereich Personal verantwortlich. “Die Wahrnehmung in den Köpfen ist allerdings entscheidend, wenn wir etwas ändern wollen”.

Personalentscheidungen können von unbewussten Vorurteilen geleitet werden

Vielen der befragten Führungskräfte war laut der Initiative nicht bewusst, dass Personalentscheidungen von unbewussten Vorurteilen geleitet werden können – und das Bewusstsein für dieses Problem oft nicht durch Fakten gefördert wird: Nur 41 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrem Unternehmen regelmäßig Daten in Bezug auf den Frauenanteil und die Beförderung von Frauen erhoben werden. Unternehmen mit ausgeglichenen Geschlechteranteilen seien erfolgreicher, erklärte Lufthansa-Vorstand Bettina Volkens. Doch es gehe nicht nur um die Steigerung des Frauenanteils: “Vielfalt in all ihren Dimensionen ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, innovationsstark und wandlungsfähig zu bleiben und sich langfristig eine führende Position im Wettbewerb zu sichern.”

Um Vielfalt im Unternehmen zu steigern, schlägt die Intitiative, deren Schirmherrin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist, einige Maßnahmen vor. So sollten Ausschreibungen geschlechtsneutral formuliert werden – das machen bislang nur 40 Prozent der befragten Entscheider. Außerdem könnten Computerprogramme helfen, bei der Sortierung der Bewerber Vorurteile zu vermeiden. Zudem rät die Initiative zu Transparenz in der Leistungsbeurteilung und bei Ausschreibungen von Führungspositionen. Außerdem könnten Talentprogramme und Karriereberatungen mehr Frauen in die Chefetagen bringen.

Empfehlungen der Initiative „Chefsache”:

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