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Jedes dritte Unternehmen von Wirtschaftskriminalität betroffen

© RyanMcGuire/CCO

Jedes dritte Unternehmen in Deutschland ist in den vergangenen beiden Jahren von Wirtschaftskriminalität betroffen gewesen. Bei großen Unternehmen waren es sogar zwei von fünf, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage der Unternehmensberatung KPMG ergab.

Frankfurt am Main (afp) > Häufigste Delikte waren Betrug und Untreue, gefolgt von Diebstahl und Unterschlagung sowie Datenmissbauch. Die KPMG ließ für die Auswertung 700 Unternehmen telefonisch befragen. Im Vergleich zur letzten Studie 2016 gab es sogar einen kleinen Rückgang: Damals sagten 36 Prozent, von Kriminalität betroffen zu sein, diesmal waren es 32 Prozent.

58 Prozent der betroffenen Unternehmen waren laut der Umfrage Opfer von Betrug und Untreue – vor zwei Jahren waren es 45 Prozent. Datendiebstahl und -missbrauch gaben 31 Prozent der Firmen an, 2016 waren es nur 24 Prozent. Von Diebstahl berichteten 40 Prozent, vor zwei Jahren waren es 43 Prozent. Bei mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen lagen die Schäden in den vergangenen beiden Jahren zwischen 60.000 und 400.000 Euro. Bei sieben Prozent betrug die Schadenssumme mehr als eine Million Euro. Die Täter waren in 61 Prozent der Fälle keine eigenen Mitarbeiter, doch das variiert je nach Delikt. Bei Geldwäsche kamen in 98 Prozent die Täter von außen, beim Verrat von Geheimnissen nur 30 Prozent. Die Hälfte der Delikte passierten im Vertrieb.

Mehr als die Hälfte der Delikte kam nur durch Zufall ans Licht. “Alarmierend”, urteilte der Leiter der Ermittlungsabteilung bei KPMG, Alexander Geschonneck, und forderte mehr Vorsichtsmaßnahmen in den Unternehmen: “Prävention ist günstiger als der sonst entstehende Schaden”. Tatsächlich besitzen mittlerweile zwei Drittel aller Unternehmen ein Hinweisgebersystem. Bei den Finanzdienstleistern sind es sogar 95 Prozent – hier ist dies allerdings gesetzlich vorgeschrieben. Ein Fünftel der Befragten gab an, dass Postfächer oder vertrauliche E-Mail-Adressen bei der Entdeckung oder Aufklärung krimineller Machenschaften in ihrem Unternehmen eine entscheidende Rolle gespielt hätten.

Anders als früher wappnen sich viele Unternehmen frühzeitig gegen Kriminalität und planen signifikante Investitionen in dem Bereich. Dazu gehören etwa Schulungen, Prüfungen oder das Verbot privater E-Mails.

 

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