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CSR ist ein attraktiver Faktor im Employer Branding für Startups

Welche Bedeutung hat CSR in der deutschen Startup-Szene? Eine neue Studie gibt erste Antworten über den Stand der sozialen Verantwortung bei Firmengründern.

Berlin (csr-news) > Aktuell sind die TECHBIKERS GERMANY wieder auf Tour. Die Idee dahinter: Innerhalb von drei Tagen radeln und schwitzen knapp 40 Mitglieder der deutschen Startup-Szene gemeinsam für einen guten Zweck, jeweils von einer europäischen Metropole aus nach Berlin und sammeln dabei Spenden für die gemeinnützige Organisation World Bicycle Relief (WBR). So investieren sie einen Teil ihrer Zeit und Kraft – neben dem Aufbau eigener Unternehmen – auch in die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen.

Mit dem Ziel, diese Überzeugung weiter in das Bewusstsein deutscher Gründer zu bringen, haben die TECHBIKERS GERMANY gemeinsam mit Medienmanagement-Studierenden und Forscher der Hamburg Media School – unterstützt durch die DKB – eine Studie durchgeführt, die sich mit dem Stand der sozialen Verantwortung in der deutschen Startup-Landschaft auseinandersetzt. Unter dem Titel „Corporate Social Responsibility in der deutschen Startup-Szene – eine Bestandsaufnahme“ widmet sich diese nicht nur der Frage, ob und inwieweit hierfür ein Bewusstsein bei Gründern besteht und sie bereits CSR-Projekte durchführen, sondern beleuchtet auch, inwieweit solche Unternehmens-Engagements im Recruiting eine Rolle spielen und für Talente im Digitalbereich ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl ihres Arbeitgebers sind.

Für den überwiegenden Teil der befragten Gründer ist CSR ein persönliches Anliegen

70 Prozent der befragten deutschen Start-ups setzen nach eigener Aussage CSR-Aktivitäten um. Für die befragten Startup-Unternehmer, die bereits CSR-Maßnahmen umsetzen, spielt die Erwartung, von Kunden positiver wahrgenommen zu werden, nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sind moralische Aspekte ausschlaggebend sowie eine dadurch resultierende bessere Wahrnehmung als attraktiver und sozial engagierter Arbeitgeber. Die Analysen der Studie zeigen, dass strategische und moralische Motive sich signifikant unterscheiden. So ist CSR für rund 92 Prozent der befragten Gründer ein persönliches Anliegen. Mit 78 Prozent ist das positive Unternehmensimage das am zweithäufigsten genannte strategische Motiv. Interessant ist auch, dass Investoren keinen relevanten Einfluss auf ein CSR-Engagement von Startups haben (87 Prozent).

Soziale Tätigkeiten des Arbeitgebers sind relevant bei der Arbeitgeberwahl

Insbesondere diesen Aspekt können die Studienergebnisse bestätigen. Bei der Untersuchung von Nachwuchskräften im Online Marketing (Erfahrene und Einsteiger), wird anhand der implizit ermittelten Daten deutlich, dass Unternehmen, die CSR-Maßnahmen umsetzen, als potentieller Arbeitgeber im Startup-Umfeld stärker und positiver wahrgenommen werden. Das zeigt, wie wichtig soziales Engagement des Arbeitgebers bei der Arbeitgeberwahl für die Kandidaten ist. Dabei werden Weiterbildungsmaßnahmen von potentiellen Bewerbern ganz besonders geschätzt. CSR-Maßnahmen sollten zudem einen persönlichen Bezug zu den potentiellen Mitarbeitern haben. Und auch die Sichtbarkeit von CSR, etwa in Stellenausschreibungen, hat auf diese einen Einfluss.

CSR ist ein attraktiver Faktor im Employer Branding für Startups

Die Ergebnisse bestätigen, dass Startups mittels CSR-Aktivitäten ihre Position als potentiellen Arbeitgeber in der Zielgruppe der Online-Marketers stärken können. Ganz gleich ob Einsteiger, oder erfahrene Talente – Startups können bei ihnen besonders mit Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen punkten. Ebenso wichtig für Nachwuchskräfte sind flexible Arbeitszeiten, Chancengleichheit, soziales Engagement und die Teilnahme an Events. Eine weitere Erkenntnis: Startups in der Growth-Phase setzen bereits bewusst auf CSR. Kernmotivation für CSR-Maßnahmen bei den Gründern ist deren eigene Überzeugung. Laut Studie überzeugt diese Haltung auch potentielle Mitarbeiter. Allerdings ist der Gap zwischen Motivation und Umsetzung immer noch groß: Ein gezieltes Management von CSR-Aktivitäten nach außen wird von den Startups bisher noch nicht konsequent durchgeführt. „Besonders wenn man engagierte und sozial-verantwortliche Nachwuchskräfte zu seinem Team zählen will, sollten die Investitionen in CSR-Maßnahmen und deren positive Kommunikation nach außen nicht vernachlässigt werden“, sagt Jan Bechler, Initiator von TECHBIKERS GERMANY und Geschäftsführer der Online Marketing Gruppe Finc3. „Gerade die Kommunikation, beispielsweise in Stellenausschreibungen, kann die Employer Branding Position eines Start-ups beeinflussen und sollte gezielt gesteuert werden.“ Prof. Armin Rott, wissenschaftlicher Leiter der HMS und Studiengangsleiter Medienmanagement an der HMS, ergänzt: „Das sind aufschlussreiche Ergebnisse mit direkter Handlungsrelevanz für die untersuchten Unternehmen. Und für die Studierenden war es eine tolle Gelegenheit, anwendungsorientierte Forschung mit relevanten Partnern zu erleben.“

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