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System für die Kennzeichnung von Lebensmitteln

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Wie viel Käse ist im Käse? Wissen wir überhaupt, was wir essen? Fragen wie diese und insbesondere der Wunsch, bereits in einem frühen Alter gute Essgewohnheiten zu vermitteln, waren der Auslöser für den Europäischen Ausschuss der Regionen (AdR), die Einrichtung eines verbindlichen farblichen Kennzeichnungssystems zu fordern.

Brüssel (csr-news) > Der Vorschlag ist einer von zahlreichen Empfehlungen aus der Stellungnahme „Lokale und regionale Anreize zur Förderung einer gesunden und nachhaltigen Ernährung“. Der AdR schlägt außerdem vor, Änderungen in der Raumplanung und Infrastruktur sowie den Einsatz von Instrumenten wie Steuern, Beihilfen und Gesetzen in Betracht zu ziehen. Der Berichterstatter für diese Stellungnahme, Nikolaos Chiotakis (EL/EVP), Mitglied des Stadtrats von Kifissia, meinte: „Die grundlegenden gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen bilden sich in der Kindheit und Jugend heraus und werden ein Leben lang beibehalten. Süßigkeiten, ‚Junkfood‘ und zuckerhaltige Getränke haben traditionelle Lebensmittel auf der Grundlage von Obst und Gemüse, Fisch und Olivenöl verdrängt. Unsere Kinder nehmen mit ihrer Nahrung zu viel Salz, Zucker und Fett auf.“ Besonders wichtig sind nach Ansicht des AdR schulische Bildungsprogramme zur Förderung einer gesunden und aktiven Lebensweise, wobei Kindergärten und Grundschulen im Mittelpunkt stehen.

Sollte die Empfehlung des AdR von den Entscheidungsträgern im Europäischen Rat und im Europäischen Parlament befürwortet werden, wären Lebensmittelhersteller in der ganzen EU gezwungen, den Verbrauchern durch eine farbliche Kennzeichnung der Lebensmittelverpackungen klare Informationen über den Zucker-, Salz- und Fettgehalt des Produkts zu geben. Die Nährwertkennzeichnung wäre auch online verfügbar. Eine verbindliche Kennzeichnung würde die Lage radikal ändern, denn bislang entscheiden viele Lebensmittelhersteller selbst darüber, ob ihre Produkte gesund genug sind, um als geeignet für Kinder beworben zu werden. Solche Behauptungen müssten dann durch die Erfüllung europaweit geltender Anforderungen untermauert werden. Gesunde Alternativen, die gefördert werden sollten, so heißt es in der Stellungnahme, sind unter anderem Obst und Gemüse, Milchprodukte mit geringem Fettanteil und Vollkornprodukte. Entscheidend ist, nachhaltige Auswahlmöglichkeiten zu bieten.

Das Kennzeichnungssystem und vergleichbare Konzepte kämen allen Altersgruppen und allen Schichten der Gesellschaft zugute. Sie spiegeln auch die Forderung wider, auf breiter Front mehr für die Gesundheit zu tun und Krankheiten vorzubeugen. Eine ungesunde Ernährung ist, so Herr Chiotakis, einer der vier wichtigsten potenziellen Auslöser für nicht übertragbare chronische Krankheiten. Die anderen drei sind Tabakkonsum, Bewegungsmangel und Alkoholmissbrauch.

In der Stellungnahme wird nicht nur darauf hingewiesen, wie die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften gesunde Essgewohnheiten fördern können, sondern auch darauf, dass die Kommunen mit Hilfe der öffentlichen Auftragsvergabe mit gutem Beispiel vorangehen können. Öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Altenheime, Justizvollzugsanstalten sowie Kindergärten und Schulen könnten über den Verkauf und die Bereitstellung von gesunden, lokalen, saisonalen Erzeugnissen, die Nachhaltigkeit gewährleisten, als Vorbild fungieren.

Ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes öffentliches Beschaffungswesen war Thema einer Studie, die vom AdR in diesem Jahr in Auftrag gegeben wurde.

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