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Weltweit mehr als 200 Umweltaktivisten getötet

Symbolbild © niekverlaan/CCO

Weltweit sind im vergangenen Jahr mindestens 207 Umweltaktivisten getötet worden. Es sei das bislang tödlichste Jahr für Umweltschützer, teilte die Nichtregierungsorganisation Global Witness mit.

Paris (afp) > 2016 waren mindestens 200 Umweltaktivisten getötet worden. “Wenn Menschen es wagen, für ihre Rechte aufzustehen und fordern, dass die Umwelt geschützt wird, werden sie auf dem brutalsten Weg zum Schweigen gebracht”, sagte Global-Witness-Kampagnenchef Ben Leather der Nachrichtenagentur AFP. Ob Ureinwohner, für Umwelt- und Tierschutz zuständige Ranger oder “einfache Menschen”, die sich für den Schutz von Boden oder Flüssen einsetzten – Global Witness zählte getötete Umweltaktivisten in 22 Ländern der Welt.

60 Prozent der Fälle betrafen demnach Lateinamerika: In Brasilien gab es mit 57 Toten die meisten Morde an Umweltaktivisten, gefolgt von Kolumbien mit 24. Weltweit auf Rang zwei landeten die Philippinen, wo 48 Umweltschützer getötet wurden. In Afrika wurden 19 Fälle gezählt, davon allein zwölf in der Demokratischen Republik Kongo. Mindestens 46 Todesfälle weltweit standen laut Global Witness mit der Lebensmittelindustrie in Zusammenhang. 40 Aktivisten starben demnach im Protest gegen Bergbauprojekte, 26 wegen ihres Kampfs gegen Abholzung von Wäldern. 23 Aktivisten, vor allem Ranger in Afrika, starben im Kampf gegen Wilderei.

Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen der Gewalt und den wichtigsten Konsumgütern, es gehe um “Palmöl für Shampoo, Soja für die Rinder oder Holz für unsere Möbel”, erklärte die Nichtregierungsorganisation, die seit dem Jahr 2002 Todesfälle von Umweltaktivisten erfasst. In 53 Fällen seien Polizisten oder Soldaten für den Tod der Aktivisten verantwortlich. Aber auch in anderen Fällen sei möglicherweise der Staat verantwortlich. Zur Gewalt gegen Umweltschützer gehören aber auch Todesdrohungen, Einschüchterung, Festnahmen, Cyberattacken, sexuelle Gewalt und juristische Klagen.

 

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