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Mehr Konsequenz im Kampf gegen den Klimawandel

Annalena Baerbock ist Parteivorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. © Dominik Butzmann

Angesichts der Hitzewelle in Europa hat Grünen-Chefin Annalena Baerbock konkrete Schritte im Kampf gegen den Klimawandel angemahnt – sonst drohten horrende Kosten und Gefahren für die Gesundheit.

Köln (afp) > “Die Vorboten der Klimakrise sind angekommen”, schrieb Baerbock in einem Gastbeitrag für die Online-Ausgabe des “Kölner Stadt-Anzeigers” vom Montag. Auch Wissenschaftler und Umweltschützer warnten erneut vor den Folgen der Erwärmung. Notwendig sei ein “neuer Klimarealismus”, forderte die Grünen-Chefin. “Wenn wir jetzt nicht anfangen, massiv CO2 zu reduzieren, und uns zugleich auf die bereits erfolgten Auswirkungen der Erderwärmung einstellen und vorbeugen, dann sind wir in ein paar Jahren gezwungen, disruptive Schritte zu gehen – mit massiven gesamtgesellschaftlichen Kosten”, warnte Baerbock. Bisherige Schätzungen gingen bereits von Klimaschäden im Volumen von 800 Milliarden Euro in Deutschland bis 2050 aus. “Je später wir handeln, desto teurer wird’s”, schrieb die Grünen-Vorsitzende.

Baerbock forderte “ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz, einen CO2-Preis, den Abschied vom fossilen Verbrennungsmotor und die verordnete Abschaltung von alten Kohleblöcken”. Sie sprach sich zudem für einen Klimaanpassungsfonds aus, der eine Entschädigungskomponente für diejenigen enthalte, die von extremen Ereignissen besonders hart betroffen seien. Gespeist werden solle dieser unter anderem “aus einer vernünftigen CO2-Bepreisung im Sinne des Verursacherprinzips”. Neben Maßnahmen, um die Erwärmung zumindest zu bremsen, drängte Baerbock auch auf eine stärkere Anpassung an deren Folgen. Dies sei “mehr als Deiche bauen”. Zur Bekämpfung von Waldbränden wie gerade erst in Brandenburg sei die Beschaffung von Löschflugzeugen erforderlich, von denen es bisher in Deutschland kein einziges gebe, zudem mehr Prävention durch Schutzstreifen und einen nachhaltigen Umbau von Wäldern. Für den Hochwasserschutz müssten Flussauen renaturiert werden.

Städte müssten mit Begrünung und Schattenflächen so gestaltet werden, dass es dort in heißen Sommern kühler sei als derzeit, “ohne ständig Klimaanlagen laufen zu lassen”, verlangte Baerbock weiter. Andernfalls drohten für die Bewohner von Großstädten massive gesundheitliche Belastungen. “Wir erleben immer mehr Hitzetage mit 30 Grad oder mehr”, sagte der Klimaexperte Mojib Latif vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. “Das ist ein offensichtlicher Trend.” Auch er warf in der “Passauer Neuen Presse” der Bundesregierung Versäumnisse beim Klimaschutz vor: “Wir brauchen dringend eine Mobilitätswende”, forderte der Wissenschaftler, der CO2-Ausstoß müsse sinken. Latif warnte davor, weiterhin “kurzfristige wirtschaftliche Interessen” über die “langfristigen Interessen der Umwelt” zu stellen.

Auf eine konsequente Energiewende, besonders die Abschaltung von Kohlekraftwerken, drängte der Umweltverband WWF. “Deutschland verbrennt so viel Braunkohle wie kein anderes Land der Welt. Das ist ein klimapolitisches Desaster”, erklärte der WWF-Experte Jörg-Andreas Krüger am Montag in Berlin. Bis spätestens 2035 müsse der Kohleausstieg abgeschlossen sein.

Kommentar

  • Was ist mit Deutschland los ?
    Wir sind Weltmeister in der Förderung des klimapolitischen Desasters, sei es durch Braunkohle Verbrennung, durch Subventionierung von Massentierhaltung und Großbetriebe, die sinnloseste und unökologischste Abwrack-Prämien für PKW wie die Verharmlosung der Verbrechen der Wirtschaftsbosse in dieser Branche, die permanente Vertuschung und Geheimhaltung der fatalen Auswirkung der ergänzenden Programme HAARP und Chemtrails, Zulassung/Duldung von Glyphosat und neuerdings die Schaffung von Aluminium resistente Pflanzen durch MONSANTO (Die Fragen sind nur warum Aluminium Resistenz und wie gelangt dieses Element auf all unsere Kulturpflanzen und Natur wird nie angesprochen) …
    Werden wir immer mehr Komplize der 10 Gebote der Georgia Guidestones???
    Haben wir das nötig?
    Haben wir grade in Deutschland und Europa nicht die Möglichkeit die Probleme unserer Zeit anders zu begegnen…
    Es wird höchste Zeit zu erwachen, denn die Lösungen haben wir, wenn wir es nur wollen. Wo sind die Politiker mit Visionen und der Mut endlich einen verantwortlichen weg einzuschlagen wo nicht kurzfristige Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, sondern die Würde des Menschens und der Schutz der einzigartigen Natur die uns das Überleben auf diesen Planeten ermöglicht?

    Hier ein Leitsatz von Prof. Hans Dürr, Physiker und Philosoph und Träger des alternativen Nobelpreises:
    “Die ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung kann erst erreicht werden, wenn neben der Beachtung der ökonomischen Entwicklung auch der Schutz der natürlichen Ressourcen (Artenvielfalt) und der Schutz der menschlichen Würde durch den Erhalt der kulturellen Vielfalt bedingungslos respektiert wird”.

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