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Landbewohner beteiligen sich aktiver an Energiewende

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Großstädter beteiligen sich deutlich weniger an der Energiewende als Landbewohner. Laut einer Studie der staatlichen KfW-Bank haben 22 Prozent der Eigenheimbesitzer auf dem Land eine Solaranlage auf dem Dach, in der Großstadt aber nur zwölf Prozent.

Von Florian Müller

Frankfurt am Main (afp) > “Auf den Dächern in den Städten wäre durchaus noch Platz”, sagte Kfw-Chefvolkswirt Jörg Zeuner bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch in Frankfurt am Main. Die KfW erstellte zum ersten Mal das sogenannte “Energiewendebarometer”. Dafür befragte sie Anfang des Jahres 4000 Haushalte zu deren Einstellung und konkreten Beiträgen zur Energiewende, um Möglichkeiten für einen gezielteren Ausbau der Erneuerbaren Energien zu erkennen. Demnach liegt die Unterstützung für die Energiewende bei 90 Prozent – allerdings beteiligen sich nur 23 Prozent der Bürger aktiv, indem sie etwa Solaranlagen oder Elektroautos anschaffen.

Das größte Potenzial haben demnach die E-Autos, wozu auch Hybride gezählt wurden. 16 Prozent der Haushalte planen eine Anschaffung in der nicht näher bestimmten Zukunft. Allerdings ist laut der Befragung bislang nur in zwei Prozent ein E-Auto vorhanden, während zehn Prozent eine thermische Solaranlage auf dem Dach haben. Hauptgründe gegen ein E-Auto sind laut KfW die lückenhafte Ladeinfrastruktur und eine geringe Reichweite.

Für steigerbar halten die Studienautoren auch die Nutzung von intelligenten Steuerungsgeräten für den Energieverbrauch. Nur elf Prozent der Haushalte steuern demnach Heizung, Licht oder Strom per Smartphone oder automatisch. Allerdings kann sich demnach mehr als die Hälfte der Haushalte eine künftige Nutzung vorstellen. “Um dieses enorme Marktpotenzial auszuschöpfen, müssen vor allem Bedenken der Haushalte in den Bereichen Datensicherheit und Fehleranfälligkeit ausgeräumt werden”, erklärte Zeuner.

Spitzenreiter in Sachen Energiewende sind laut Befragung die Baden-Württemberger. Dort nutzen 32 Prozent eine Technologie, die die Forscher der Energiewende zuordnen. Dahinter folgen Bayern und Hessen mit 28 Prozent. Schlusslichter sind die Stadtstaaten Berlin mit elf Prozent und Hamburg mit sieben Prozent. Der Untersuchung zufolge hängen die Unterschiede zwischen Stadt und Land nicht am größeren Anteil von Mietwohnungen und auch nicht am Einkommen. Wie sie Städter eher zum Mitmachen animieren kann, will die KfW nun auf Basis der Studie erarbeiten.

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