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Zahl der Krankmeldungen stark gestiegen

© derneuemann/CCO

Die Zahl der Krankmeldungen in deutschen Unternehmen und Behörden ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen.

Düsseldorf (afp) > Im Jahr 2016 seien 560 Millionen Arbeitstage durch Krankmeldungen verloren gegangen – rund 60 Prozent mehr als noch im Jahr 2008, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion, aus der die “Rheinische Post” (Freitagausgabe) zitierte. Der volkswirtschaftliche Schaden habe dadurch im vergangenen Jahr bei 75 Milliarden Euro gelegen. Die Bundesregierung machte für den Anstieg auch konjunkturelle und demografische Entwicklungen verantwortlich. So hat die Erwerbstätigkeit seit 2008 deutlich zugenommen. Allein deswegen sei die Zahl der Krankschreibungen ebenfalls stark gewachsen, argumentierte die Regierung dem Bericht zufolge. Hinzu komme eine überdurchschnittliche Zunahme älterer Arbeitnehmer, deren Arbeitsunfähigkeit durchschnittlich mehr als doppelt so lange andauere wie bei den bis zu 39-Jährigen.

Allerdings zeigen die Daten laut “Rheinischer Post” auch, dass die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz erheblich zugenommen haben. Sie seien 2016 gegenüber 2008 um 125 Prozent stark angestiegen, wie aus der Regierungsantwort hervorgeht. Die Linken-Abgeordnete Jutta Krellmann kritisierte diese Entwicklung. “Immer mehr, immer schneller, immer unsicherer: Solche Arbeitsverhältnisse bringen Rekordgewinne, lassen Arbeitnehmer aber körperlich und seelisch ausbrennen”, erklärte sie gegenüber dem Blatt. “Beschäftigte dürfen nicht wie Verschleißteile behandelt werden.” Krellmann forderte ein Verbot von sachgrundlosen Befristungen und eine Anti-Stress-Verordnung.

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