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Konflikte und Klimawandel bedrohen Kampf gegen Hunger

WFP-Chef David Beasley © ©FAO/Alessandra Benedetti

Bewaffnete Konflikte, der Klimawandel und eine schwächelnde Wirtschaft bedrohen nach Einschätzung des Welternährungsprogramms (WFP) den Kampf gegen den Hunger in der Welt.

Rom (afp) > “Wir haben es mit einem Alptraum, einer Verkettung unglücklicher Umstände zu tun”, sagte WFP-Chef David Beasley am Dienstag anlässlich des Welternährungstags in Rom. Die UNO hat in ihren Nachhaltigkeitszielen (SDGs) das Ziel “Null Hunger” bis zum Jahr 2030 ausgegeben. Beasley mahnte zu schnellem Handeln. “Alle fünf bis zehn Sekunden” sterbe ein Kind an Hunger oder Mangelernährung, sagte er. Andererseits würden Lebensmittel bereits während des Herstellungsprozesses oder in den Küchen der Konsumenten vernichtet. “Die Antwort liegt nicht allein in Rom, sie liegt bei Ihnen zu Hause”, sagte der WFP-Chef, dessen Organisation ihren Sitz in der italienischen Hauptstadt hat. Hunger sei auch eine wesentliche Ursache für Fluchtbewegungen, sagte Beasley weiter.

Im vergangenen Jahr litten nach UN-Angaben rund 821 Millionen Menschen an Hunger, das entspricht jedem neunten Bewohner der Erde. Rund 155 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind laut der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) chronisch mangelernährt. Gleichzeitig sind mehr als 600 Millionen Menschen fettleibig. Besonders dramatisch ist die Ernährungssituation weiterhin im Bürgerkriegsland Jemen, wo laut WFP inzwischen zwölf Millionen Menschen von Hunger bedroht sind. “Der Jemen erlebt derzeit die schlimmste Hungerkrise der Welt, fast 18 Millionen Menschen wissen nicht, wo sie ihr nächstes Essen herbekommen sollen”, sagte der WFP-Sprecher Hervé Verhossel am Dienstag vor Journalisten in Genf. Wenn sich nichts ändert, würden bald zwölf Millionen Menschen auf regelmäßige Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein. Das WFP brauche dann mehr finanzielle Zuwendungen, sagte Verhoosel der Nachrichtenagentur AFP.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. In dem Konflikt wurden bereits fast 10.000 Menschen getötet. Es fehlt an Lebensmitteln und Gesundheitsversorgung.

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