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Kanzlerin lobt Tarifautonomie

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgeprochen, die Tarifbindung in Deutschland zu stärken.

Berlin (afp) > Die Tarifautonomie, die es Unternehmen und Gewerkschaften ermöglicht, Arbeitsbedingungen eigenständig und ohne staatliche Intervention zu vereinbaren, gehöre zu den “Kernelementen der sozialen Marktwirtschaft”, sagte Merkel am Donnerstag beim Deutschen Arbeitgebertag in Berlin. Vor diesem Hintergrund sei die rückläufige Entwicklung, dass heute nur noch knapp 30 Prozent der Betriebe unmittelbar an einen Tarifvertrag gebunden seien, eine “bedrohliche Situation”. Die Tarifautonomie umschreibt das Recht von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, Löhne, Gehälter und andere Arbeitsbedingungen selbständig und unabhängig auszuhandeln. Sie existiert in Deutschland seit 1918. Damals einigten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber erstmals darauf, ihre Arbeitsbeziehungen zu regeln, ohne dass der Staat sich einmischt.

Bei einer weiter rückläufigen Quote der Tarifbindung bestehe die Gefahr, dass vermehrt “der Stärkere sich dann immer durchsetzt und nicht das gesellschaftliche Wohl insgesamt im Auge behalten werden kann”, sagte Merkel. Die Kanzlerin begrüßte deshalb, dass Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer Gespräche mit den Gewerkschaften anstrebe, um die Tarifbindung wieder attraktiver zu machen. Anlässlich der Feierlichkeiten zu 100 Jahren Tarifautonomie im Oktober hatte zuletzt Verdi-Chef Frank Bsirske eine Stärkung der Tarifbindung gefordert.

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