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Fleischverzicht könnte Millionen Menschenleben retten

© Karamo/CCO

Der Verzicht auf den Verzehr von Rindfleisch könnte laut Weltwirtschaftsforum (WEF) jährlich Millionen Menschenleben retten.

Genf (afp) > Der Umstieg auf alternative Proteinquellen würde auch die Emission von Treibhausgasen drastisch reduzieren, erklärte das WEF am Donnerstag in Genf. Die Stiftung, die das alljährliche Wirtschaftstreffen im schweizerischen Davos organisiert, berief sich auf eine Studie, die sie bei der Universität Oxford in Auftrag gegeben hatte.

Demnach könnten 2,4 Prozent der ernährungsbedingten Todesfälle weltweit durch den Verzicht auf Fleisch verhindert werden. Mehr als doppelt so groß sei dieser Effekt in reicheren Ländern, in denen besonders viel Fleisch konsumiert werde. Eine Gesamtzahl der Todesfälle und Angaben dazu, welche Erkrankungen dafür ursächlich sind, nannten die Wissenschaftler allerdings nicht. 

Die Weltbevölkerung werde bis 2050 auf zehn Milliarden Menschen anwachsen, daher werde auch der Fleischkonsum weiter zunehmen, erklärte das Weltwirtschaftsforum. “Es wird unmöglich sein, die weltweite Nachfrage nach Fleisch auf nachhaltige Weise zu befriedigen”, sagte der WEF-Vertreter Dominic Waughray. Produktinnovationen, eine Weiterentwicklung der Fleisch- und Geflügelproduktion sowie eine ausgewogenere Ernährung könnten die Gesundheit weltweit verbessern – ohne dabei komplett auf Fleisch verzichten zu müssen.

In ihrer Studie analysierten die Wissenschaftler 13 Eiweißlieferanten, darunter verschiedene Fleischsorten sowie Gemüse und Früchte. Am besten schnitten dabei Bohnen, Erbsen sowie ein aus Pilzkulturen gewonnenes Mykoprotein ab. 

In der Untersuchung wird auch auf die große Umweltbelastung durch die Rindfleischproduktion hingewiesen, die laut Daten aus dem Jahr 2010 ein Viertel der in der Lebensmittelherstellung anfallenden Treibhausgase verursacht. “Unser Ernährungssystem muss sich zugunsten des Planeten und der Menschheit ändern”, zitierte das Weltwirtschaftsforum den Generaldirektor der Umweltschutzorganisation WWF, Marco Lambertini.”Wir sind die letzte Generation, die etwas unternehmen kann, bevor das System zusammenbricht.”   

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