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Frauenanteil in deutschen Vorständen steigt weiter

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Der Großteil der Unternehmen wird aber weiterhin ausschließlich von Männern geführt.

Stuttgart (afp) > Es gibt immer mehr Spitzenmanagerinnen in Deutschland. Die Zahl der weiblichen Vorstände in börsennotierten Unternehmen stieg binnen eines Jahres von 50 auf 61, wie die Unternehmensberatung EY am Dienstag mitteilte. Der Frauenanteil kletterte damit von 7,3 auf 8,6 Prozent. Allerdings wuchs auch die Zahl der männlichen Vorstände in den 160 untersuchten Unternehmen um zwölf auf 650.

EY analysiert zweimal jährlich die Struktur der Vorstände in den deutschen Unternehmen in den verschiedenen Indizes Dax, MDax und SDax. Der Frauenanteil ist dabei zum siebten Mal in Folge gestiegen. Zum Stichtag 1. Januar 2019 hatten schon 33 Prozent dieser Unternehmen mindestens eine Frau im Vorstand. Vor einem Jahr waren es nur 27 Prozent. Das bedeutet allerdings auch, dass zwei Drittel aller Unternehmen weiterhin ausschließlich von Männern geführt werden.

“Frauen sind in deutschen Vorständen immer noch eine Seltenheit”, kritisierte EY-Expertin Ulrike Hasbargen. Das männliche Übergewicht in den deutschen Chefetagen könnte ihrer Ansicht nach zu einem Problem werden: “Es mag zunächst etwas anstrengender sein, in gemischten Teams zu arbeiten – aber die Reibung, die hier entsteht, die Diskussionen und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Sichtweisen führen eben auch oft zu neuen Lösungen und zu mehr Innovationskraft”, erklärte sie.

Spitzenreiter sind die Dax-Unternehmen. Von den 30 größten deutschen Firmen haben 23 mindestens ein weibliches Vorstandsmitglied. Der Schritt ganz nach oben blieb ihnen bislang allerdings verwehrt. Anders im kleineren SDax: Dort haben mittlerweile vier Unternehmen eine weibliche Vorstandsvorsitzende.

Besonders häufig sind Frauen in den Chefetagen von Telekommunikationsunternehmen anzutreffen, wo ihr Anteil bei 16 Prozent liegt. An zweiter und dritter Stelle folgen die Finanzbranche (13 Prozent) und Logistikunternehmen (12 Prozent). Im Handel, wo besonders viele Frauen arbeiten, liegt der Frauenanteil in der Führungsetage hingegen gerade einmal bei drei Prozent.

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