Agenturmeldung CSR_NEWS Nachrichten

Biomärkte steigern Umsätze

© martinclark/CCO

2018 wurden insgesamt 3,46 Milliarden Euro im Bio-Fachhandel umgesetzt. Dennoch kauft nur ein kleiner Teil der Bevölkerung dort ein.

Berlin (csr-news/afp) > Die Bioläden in Deutschland haben im vergangenen Jahr gute Geschäfte gemacht. Der Umsatz legte um 5,2 Prozent zu auf 3,46 Milliarden Euro, wie der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) am Donnerstag mitteilte. Die Läden setzten im Wettbewerb darauf, ihre “Alleinstellungsmerkmale” zu unterstreichen. Neben ausgewählten Bio-Waren gehörten für viele Anbieter etwa Verpackungsvermeidung, saisonale Angebote und fundierte Beratung dazu. Oftmals seien die Bioläden auch “soziale Bezugspunkte”. „Im Fachhandel treffen sich anspruchsvolle Menschen, denen es wichtig ist, für den Schutz von Umwelt und Klima und für eine gerechtere Verteilung auf der Welt einzutreten. Menschen, die Verantwortung übernehmen und die mit ihrem Einkauf dazu beitragen wollen, die Welt ein Stück besser zu machen“, sagte Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V.

Die höheren Umsätze erwirtschaftete die Branche allerdings mit weniger Läden: Während laut BNN 50 Standorte im vergangenen Jahr neu eröffneten, machten 101 Geschäfte dicht. 

Wie eine aktuelle Untersuchung des Hausgeräteherstellers ritterwerk ergeben hat, genießen Biomärkte ein hohes Vertrauen bei den Konsumenten. Gleichwohl zeigte die gleiche Studie, dass mehr als drei Viertel der Bundesbürger kaum bis nie im Bio-Supermarkt einkaufen. „In Sachen Moral, Vertrauen, Gesundheit und Geschmack verhalten sich Konsumenten anders, als sie eigentlich denken“, sagt Michael Schüller, Geschäftsführer des Hausgeräteherstellers ritterwerk mit Blick auf die Studien-Ergebnisse.

Deutsche kaufen Lebensmittel generell am häufigsten im Supermarkt: So erwerben drei Viertel dort ihre Nahrungsmittel am häufigsten (74,8 Prozent). Auf Rang 2 folgt der Einkauf im Discounter (65,5 Prozent) und auf Rang 3 das Selbstbedienungs-Warenhaus (22,9 Prozent). Der reine Bio-Supermarkt (Fachmarkt) wird bisher nur von 6,5 Prozent der Deutschen angesteuert. Bei der Frage nach dem Vertrauen in Lebensmittelgeschäfte zeichnet sich ein paradoxes Bild ab, das dem tatsächlichen Kauverhalten der Deutschen widerspricht. In Sachen sichere Lebensmittel sehen die Deutschen den Bauernhof (75,0 Prozent) auf Platz 1, gefolgt vom Wochenmarkt (69,3 Prozent). Mehr als jeder Zweite (51,6 Prozent) verlässt sich auf den Bio-Supermarkt, obwohl dort nur 6,5 Prozent tatsächlich einkaufen. Ganz anders hingegen beim Discounter, bei dem die Deutschen laut Erhebung mehrheitlich einkaufen: Nur 38,7 Prozent glauben an die Lebensmittelsicherheit seiner Waren.

Eine Ursache dafür kann die Preisfrage sein: Laut der Erhebung achten 75,7 Prozent beim Lebensmittelkauf häufig auf den Preis. Gleichzeitig würden 57,7 Prozent wertiger in Bezug auf Bio, Craft Food und regionalem Essen einkaufen, wenn Geld keine Rolle spielte. „Außerdem zeigt ein genauer Blick darauf wiederum, dass der Bio-Boom längst ein Massenphänomen ist. Bio und Discounter schließen sich schon lange nicht mehr aus, da Discounter im Kampf um Klientel und Marktanteile längst nachgezogen und ihr Sortiment auf Bio angepasst haben“, ergänzt Schüller.

Jeder Vierte kauft Fleisch beim Metzger

Was wird wo gekauft? Auch dieser Frage ist die ritterwerk-Studie „Geschmacksache 2019“ nachgegangen. Ein detaillierter Blick auf den Einkaufskorb offenbart, dass der Einkaufsort maßgeblich vom Lebensmittel selbst abhängt. Während Deutsche Käse am liebsten an der Kühltheke im Supermarkt kaufen (51,1 Prozent), greifen sie zu Wurst- und Fleischwaren am häufigsten im Discounter (48,2 Prozent). Immerhin ein Viertel kauft Fleisch beim Metzger (25,3 Prozent). Ob Käse oder Wurst: Discounter und Supermarkt haben ganz klar die Nase vorn.

16 Prozent kaufen Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt

Für Obst und Gemüse gehen zwei Drittel der Deutschen ebenso am liebsten in den Supermarkt (66,6 Prozent), jeder Zweite entscheidet sich für den Einkauf im Discounter (55,4 Prozent). Am dritthäufigsten kaufen die Deutschen Obst und Gemüse am Bauern- und Wochenmarkt ein (15,6 Prozent). 6,6 Prozent der Deutschen schließen sich mittlerweile dem Trend zu Obst- und Gemüsekisten an. Immerhin 10 Prozent nehmen den Weg auf sich, um direkt beim Erzeuger einzukaufen. „In einer immer globalisierteren Welt mit kaum mehr nachvollziehbaren Warenströmen und Konzentrationsprozessen auf wenige Großhändler oder Versandplattformen, fragen sich Konsumenten zunehmend, wie sie durch ihr Einkaufsverhalten die lokale Wirtschaft vor Ort stärken können“, sagt Schüller, dessen Unternehmen ritterwerk seit mehr als 100 Jahren „made in Germany“ produziert und ebenfalls von dieser Entwicklung profitiert.

Bäckereien für Backwaren erste Wahl

Dem Siegeszug von Prebake-Brot und Billigbrötchen zum Trotz: Backwaren erwerben die Deutschen weiterhin am häufigsten in der Bäckerei (59,8 Prozent). Aber: Industriebackwerk ist dem klassischen Handwerk dicht auf den Fersen. Am zweithäufigsten entscheiden sich Verbraucher heute für Brot aus dem Supermarkt (36,9 Prozent), dicht gefolgt von Discounter-Brötchen (32,6 Prozent).

Hinterlassen Sie einen Kommentar