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Mitbestimmung fördert CSR

© Tim Gouw/CCO

Mitbestimmung im Aufsichtsrat erhöht die Chance, dass sich Unternehmen glaubhaft zur Einhaltung sozialer oder ökologischer Ziele verpflichten.

Düsseldorf (csr-news) > Wenn Beschäftigte im Rahmen der Mitbestimmung im Aufsichtsrat ihres Unternehmens gehört werden, hat dies oftmals Einfluss auf die wahrgenommene gesellschaftliche Unternehmensberatung. Zu diesem Ergebnis kommen Robert Scholz und Sigurt Vitols vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Für ihre Untersuchung haben die Sozialwissenschaftler die Daten von 96 deutschen Unternehmen aus den Jahren 2006 bis 2014 ausgewertet und in ihren selbstentwickelten Mitbestimmungs­index MB-ix einfließen lassen. Zudem wurden verschiedene Dimensionen der CSR-Politik erfasst. Dabei unterscheiden Scholz und Vitols zwischen symbolischen Praktiken, die einen eher „zeremoniellen“ Charakter haben und vor allem auf öffentliche Sichtbarkeit abzielen, und substanziellen Maßnahmen, die auf der operativen Ebene zu messbaren Änderungen führen.

Zur ersten Kategorie gehören mündliche Bekenntnisse zu gesellschaftlicher Verantwortung, die Manager in der Öffentlichkeit ablegen, und eine bloße Mitgliedschaft im UN Global Compact, die mit wenig konkreten Verpflichtungen einhergeht. Die zweite Kategorie umfasst spezifische Ziele für die Emissionsreduktion, separate Berichterstattung zu CSR oder Nachhaltigkeit und Beschäftigungsgarantien.


Scholz und Vitols kommen zu dem Ergebnis, dass ein positiver Zusammenhang zwischen der Stärke der Mitbestimmung und substanzieller CSR-Politik besteht. Das gilt auch dann, wenn andere Faktoren wie Umsatz und Rendite der Unternehmen, die Eigentümerverhältnisse oder Branchenunterschiede herausgerechnet werden. Auf symbolische CSR-Praktiken wirkt sich Mitbestimmung dagegen nicht signifikant aus. Die Autoren erklären das mit den Interessen der Arbeitnehmerschaft: Während Beschäftigte von nachhaltiger Produktion, weniger Umweltbelastung am Arbeitsplatz oder mehr Jobsicherheit unmittelbar profitieren, haben sie wenig Anreiz, sich für bloße Imagepflege einzusetzen.

Robert Scholz, Sigurt Vitols: Co-determination: a driving force for Corporate Social Responsibility in German companies? (pdf) WZB Discussion Paper SP III 2018-304, November 2018

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