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Nachhaltige Berufsbildung – konkret und praxisnah!

© Melzig, BIBB

Nachhaltig, ressourcenschonend und zukunftsorientiert zu handeln, ist auch im Berufsalltag eine fortwährende Herausforderung.

Bonn (csr-news) > Zwölf Modellversuche des Förderschwerpunkts „Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE)“ im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hatten daher die Aufgabe, Nachhaltigkeit in Ausbildung und Beruf zu integrieren. Herausgekommen sind innovative Ansätze sowie Werkzeuge und Instrumente für die Praxis, die auf einer Abschlussveranstaltung in Berlin vor knapp 200 Interessierten aus Politik, Wissenschaft und Praxis vorgestellt wurden.

So wurden in den Modellversuchen beispielsweise interaktive Lehr-Lern-Apps für Auszubildende, Handreichungen für das Ausbildungspersonal und Geschäftsführungen, Checklisten, Erklärfilme und Kriterienkataloge zur Gestaltung nachhaltiger betrieblicher Lernorte für den sofortigen Einsatz in der Praxis entwickelt. Damit können Unternehmen aller Betriebsgrößen nicht nur selber nachhaltiger werden, sondern sich zu nachhaltigen Lernorten der beruflichen Bildung weiterentwickeln. Die analogen und digitalen Produkte sind auch auf andere Berufe, Organisationen oder die schulische Bildung übertragbar. Sie können für zukünftige Neuordnungen von Ausbildungsberufen wichtige Hinweise liefern, wie nachhaltiges Denken und Handeln direkt mit den Handlungsfeldern der jeweiligen Berufe verknüpft werden kann.

Unter den Produkten findet sich auch eine Weiterbildung für Ausbilden in Handelsberufen zur „Fachkraft Ausbildung für nachhaltige Entwicklung (IHK)”, die zusammen mit der IHK Magdeburg entwickelt wurde. Darin wird das Bildungspersonal befähigt, nachhaltige Berufsinhalte in der Ausbildung zu vermitteln, unter anderem zum sparsamen Einsatz von Ressourcen und Verpackungen, nachhaltiger Marktstrategie oder gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen. Dabei werden sowohl ökologische als auch ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigt.

Für die Ausbildung von Kaufleuten für Speditions- und Logistikdienstleistungen beziehungsweise Fachkräften für Lagerlogistik wurden 30 kompetenzorientierte Lernmodule entwickelt und in der Praxis erprobt. Auf besonderes Interesse stieß dabei ein Planspiel zum kombinierten Verkehr, in dem Auszubildende zusammen mit dem Ausbildungspersonal in unterschiedliche Rollen schlüpfen, um Einsatz- und verschiedene Transportmöglichkeiten zu prüfen und fiktive Budgets zu verwalten.

Für die Ausgestaltung der Arbeitswelt von morgen, so BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser, spielt eine nachhaltige Berufsbildung – ähnlich wie die Digitalisierung – eine bedeutende Rolle. „Die Ergebnisse und Produkte der Modellversuche geben wichtige Impulse und können Bausteine für eine moderne Gestaltung und Weiterentwicklung der beruflichen Bildung sein.“

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