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Bayer-Chef Baumann beklagt Risikoscheu in Deutschland

Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, © Bayer AG

“Wir leiden an einer Art postmaterialistischer Selbstverwirklichungspsychose”, sagte Baumann der “Welt am Sonntag”.

Berlin (afp) > Bayer-Chef Werner Baumann beklagt Risikoscheu und eine Ablehnung von Innovationen in Deutschland. “Bei uns in Deutschland nehmen Dinge einen großen Raum ein, die einer langfristig orientierten Wohlstandsstrategie diametral entgegenstehen”, sagte Baumann der “Welt am Sonntag”. “Man könnte sagen, wir leiden an einer Art postmaterialistischer Selbstverwirklichungspsychose.” Bei Zukunftstechnologien gebe es eine “extreme Betonung des Vorsorgeprinzips”. 

Baumann forderte ein “Korrektiv, das stärker die Chancen von Innovationen betont”. Sonst werde das Land “nicht mehr von der Scholle kommen”. 

“Wir sind immer zuallererst vom Risiko beseelt”, kritisierte der Bayer-Chef. “Hätte Amerika unsere Vorschriften, wären Amazon oder Google dort wahrscheinlich nie so erfolgreich geworden. Mit voller Hose gewinnen Sie eben keinen Hundert-Meter-Lauf.” 

Den umstrittenen Kauf des US-Saatgutkonzerns Monsanto verteidigte Baumann als “Chance”, die “vielleicht nie wieder gekommen” wäre. Bayer sei damit “das führende Unternehmen in der Landwirtschaft – und diese Position wird uns auf viele Jahre auch keiner streitig machen”. 

Bayer hatte vor einigen Tagen einen Gewinneinbruch um knapp 77 Prozent im vergangenen Jahr vermeldet. Ein Grund war die teure Übernahme von Monsanto. 

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