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Alte Partner lange vernachlässigt

Eva Welskop-Deffaa, © Kay Herschelmann

Die Caritas fordert Grüne zur Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsverbänden auf.

Berlin (afp) > Die Caritas hat die Grünen vor einer Klima- und Umweltschutzpolitik ausschließlich für Besserverdienende gewarnt. Die Grünen hätten zu lange geglaubt, es reiche aus, sich mit neuen sozialen Bewegungen zu verbünden, sagte Caritas-Vorstandsmitglied Eva Welskop-Deffaa der “Süddeutschen Zeitung” (Montagsausgabe). “Sie gefielen sich in der Attitüde, modern zu sein und haben deshalb die Zusammenarbeit mit den klassischen Institutionen wie Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden oder Kirchen vernachlässigt.”

Auch wenn diese Organisationen “nicht so sexy klingen” und zunächst oft träge wirkten, seien sie “für nachhaltige Veränderungen doch unverzichtbar”, sagte Welskop-Deffaa. Deshalb sei es für die Grünen und die ökologische Bewegung wichtig, diese Institutionen für den Wandel zu gewinnen, als “Orte der Weltverbesserung” und als “beharrliche Unterstützer”.

Gerade für ärmere Menschen seien die Herausforderungen durch den Klima- und Umweltschutz besonders hoch. Umso wichtiger sei es, “den Verdacht zu widerlegen, bei der Ökologie handele es sich um ein Elitenprojekt, das sich die Ärmeren gar nicht leisten können”, sagte Welskop-Deffaa. Vor allem besonders Reiche und besonders Arme ignorierten die Umweltziele: Die Reichen, weil sie viel zu viel konsumierten; die Ärmeren, weil sie sich energieeffiziente, sparsame Geräte oft nicht leisten könnten.

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