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Mit 10-Punkte-Paket zum Vorreiter für Kunststoffrecycling

© articonn/CCO

Österreichs Kunststoffindustrie will mit zahlreichen Maßnahmen den nachhaltigen Umgang mit Kunststoff vorantreiben.

Wien (csr-news) > Kunststoffe sind aufgrund ihrer herausragenden Eigenschaften im täglichen Leben unverzichtbar geworden, gleichzeitig stellen die unsachgemäße Entsorgung von Kunststoffen und die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere eine umweltpolitische Herausforderung dar, für die es dringend Lösungen bedarf. “Hier sind wirkungsvolle Maßnahmen notwendig, die weitreichender und zielführender sind als das Verbot von Wattestäbchen und Plastiktüten”, sagt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des österreichischen Fachverbandes der Chemischen Industrie. Aus diesem Grund hat die Kunststoffindustrie ein umfassendes 10-Punkte-Maßnahmenpaket ausgearbeitet, das sämtliche Aspekte für einen nachhaltigen Umgang mit dem „Wertstoff“ Kunststoff beinhaltet und mit dem es gelingen kann, Österreich zum internationalen Vorreiter im Bereich der Kreislaufwirtschaft zu machen. “Der Fokus muss zuallererst auf der Förderung von Recycling-Kreisläufen liegen. Wir müssen die Rezyklierbarkeit des Werkstoffes ausnützen und ihn so oft wie möglich im Kreislauf führen,” so Hofinger anlässlich der Präsentation des Pakets.

FCIO-Geschäftsführerin Sylvia Hofinger: „Es sind wirkungsvolle Maßnahmen notwendig, die weitreichender und zielführender sind als das Verbot von Wattestäbchen und Plastiktüten.“ © Marko Kovic

Da Recycling von Kunststoffen nicht mit der Sammlung, sondern zuerst mit dem Design von Produkten beginnt, ist bereits am Beginn der Kette anzusetzen. Die Unternehmen der Branche arbeiten schon intensiv an einer Steigerung der Rezyklierbarkeit ihrer Produkte, etwa durch den verstärkten Einsatz von Monomaterialien oder auch bei der Farbgebung, wo zunehmend hellere, transparente Farben verwendet werden.

Die Kunststoffindustrie will in diesem Zusammenhang Gespräche mit Handel und anderen Industrieverbänden zur Prüfung von Pfandsystemen für Getränkeverpackungen führen. “Wir Österreicher sind in Europa Musterschüler beim Mülltrennen und -verwerten. Um die von der EU vorgegebenen ambitionierten Recyclingziele im Bereich Kunststoff zu erreichen, müssen wir gemeinsam über Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Systems diskutieren.“ So muss Österreich seine derzeitige Kunststoffrecyclingrate bis 2025 um fast 50 Prozent erhöhen, um die von der EU geforderte Quote zu erreichen. Auch für die 2029 geforderte Sammelquote für Kunststoffflaschen von 90 Prozent müssen branchenübergreifend Lösungen angedacht werden.

Ein weiterer Schritt zum nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen ist der Einsatz von Mehrweg- statt Einweg-Produkten, wann immer es hygienisch und ökologisch vertretbar ist, beispielsweise bei Getränkebechern und Refill-Lösungen.

Für Maßnahmen von Seiten der Politik fordert die Branche künftig eine verpflichtende Verwendung von Ökobilanzen, um der Umwelt nicht in vermeintlich gutem Glauben etwa durch das Ausweichen auf einen anderen Werkstoff erst recht zu schaden – wie es zum Beispiel mit dem Plastiksackerlverbot der Fall war, die einen besseren ökologischen Fußabdruck aufweisen als Tragtaschen aus Papier.

Neben den nationalen Maßnahmen sollte sich Österreich laut Hofinger auch auf europäischer und internationaler Ebene stärker einbringen: Unausweichlich für eine Reduktion von Marine Litter wäre ein europaweites Deponie-Verbot sowie ein vermehrtes politisches Engagement auf globaler Ebene. “Österreich ist jetzt schon führend in der Entwicklung von Recyclingtechnologien und -maschinen. Diese Technologieführerschaft gehört weiter ausgebaut, um dann unser Know-how in Regionen der Welt zu exportieren, wo es aktuell an Abfallmanagementkonzepten mangelt, wie insbesondere in Asien und Afrika “. Weiters braucht es gezielte Förder- und Anreizsysteme für die Weiterentwicklung neuer Technologien, wie etwa für chemisches Recycling. Dabei werden Kunststoffabfälle, die nicht zum mechanischen Recycling geeignet sind, durch thermochemische Verfahren wieder in Rohstoffe umgewandelt, aus denen neue Kunststoffprodukte erzeugt werden können.

Bei einer erfolgreichen Umsetzung des 10-Punkte-Maßnahmenpakets der Kunststoffindustrie können beträchtliche Ressourcen eingespart und Abfall vermieden werden. Es können damit bis 2025 über 95 Prozent der PET-Flaschen recycelt werden, bei anderen Kunststoffarten sollen bis 2040 ebenfalls über 95 %-ige Recyclingraten realisiert werden. Voraussetzung ist hierfür ein Schulterschluss aller Stakeholder von Unternehmen, über Politik, Verwaltung, Forschung, Gemeinden bis zu NGOs.

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