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Regierungsberater dringt auf Einführung von CO2-Steuer

Prof. Andreas Löschel © Peter Leßmann

Die Einführung einer CO2-Steuer in Deutschland hat der Vorsitzende der Expertenkommission der Bundesregierung “Energie der Zukunft”, Andreas Löschel, gefordert.

Berlin (afp) > “Auf jeden Fall braucht es eine höhere Bepreisung von Energie im Bereich der Wärme, der Mobilität und wahrscheinlich auch bei der Stromerzeugung”, sagte Löschel am Donnerstag dem Sender MDR Aktuell.

Er begründete dies damit, dass jede Tonne CO2 einen Schaden im Umfang von etwa 50 Euro anrichte. “Diesen Schaden sollte man in den Preis miteinbringen und etwa in der Größenordnung auch eine Steuer aufsetzen”, verlangte der Wirtschaftswissenschaftler. Löschel zufolge würde das den Sprit “um zwölf oder 13 Cent” je Liter teurer machen. “Wahrscheinlich wird auch der Strompreis etwas steigen. Das könnten etwa zwei Cent sein”, sagte der Experte weiter.

Der Ökonom erhofft sich davon “eine Lenkungswirkung”. Es gebe dann einen Schub für andere Optionen, etwa eine CO2-arme Heizung, eine Wärmepumpe, ein Elektroauto oder ein Auto mit einer Brennstoffzelle. Wenn man eine Energiewende wolle, “müssen Sie die konventionellen Energien teurer machen und die erneuerbaren Energien billiger. Nur dann kriegen Sie den Umstieg hin”, sagte Löschel.

Die Kommission “Energie der Zukunft” berät die Bundesregierung in Fragen der Energiewende. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt in ihrer wöchentlichen Videobotschaft stärkere Anstrengungen zur Reduzierung von CO2 angemahnt. Dabei schloss sie auch eine Abgabe auf CO2-Emissionen nicht aus. Daneben wird über ordnungsrechtliche Maßnahmen zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen diskutiert, etwa feste Emissions-Obergrenzen für bestimmte Sektoren oder Industriezweige. Bis 2030 sollen die deutschen CO2-Emissionen um 55 Prozent sinken, verglichen mit dem Stand von 1990.

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