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Keine Versicherung für Kohlekraftwerke

Ulrich Wallin Vorstandsvorsitzender, © Hannover Rück

Der Rückversicherungskonzern Hannover Rück will im Regelfall keine neu geplanten Kohlekraftwerke oder -bergwerke mehr absichern.

Berlin (afp/csr-news) > Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mit. Begrenzte Ausnahmen soll es demnach allerdings vorerst in Staaten geben, in denen der Anteil von Kohle am Energiemix besonders hoch ist und Alternativen wie Ökostrom noch nicht ausreichend zur Verfügung stünden.

Das Unternehmen strebt darüber hinaus der Erklärung zufolge an, “vom Jahr 2038 an im gesamten Schaden-Rückversicherungsgeschäft keine Kohlerisiken im Zusammenhang mit Energieerzeugung zu decken”. Dies würde dann auch bestehende Anlagen betreffen. Der lange Zeitrahmen wurde damit begründet, dass der Ausstieg aus Kohleverstromung weltweit nur mittel- und langfristig erfolgen könne.

Um die UN-Klimaziele zu unterstützen, investiert das Unternehmen zudem nicht mehr in Wertpapiere von Unternehmen, deren Umsatzanteil zu 25 Prozent oder mehr aus der Kohleenergieerzeugung stammt. Hannover Rück wies darauf hin, dass bereits seit Jahren verstärkt Risiken aus regenerativen oder alternativen Energien versichert würden, um den Transformationsprozess in der Energiewirtschaft zu unterstützen.

Die Hannover Rück ist der viertgrößte Rückversicherer der Welt. Zuvor hatte bereits Marktführer Munich Re einen Rückzug aus dem Geschäft mit Kohlekraftwerken beschlossen. Auch weitere Versicherungskonzerne haben ähnliche Beschlüsse gefasst oder angekündigt.

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