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Vier Unternehmen für wegweisendes Engagement ausgezeichnet

© Thomas Kunsch/Bertelsmann Stiftung

Dem Fachkräftemangel innovativ begegnen, Altersarmut vorbeugen, Lebensmittelverschwendung reduzieren und angehenden Handwerkern den Blick ins Ausland ermög-lichen, das machen die Preisträger von „Mein gutes Beispiel 2019“. Die Bertelsmann Stiftung, der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), DIE JUNGEN UNTER-NEHMER und das Reinhard-Mohn Institut der Universität Witten/Herdecke haben feier-lich herausragende Projekte unternehmerischen Engagements ausgezeichnet.

Gütersloh/Berlin (csr-partner) > Zwei junge Unternehmen, ein Handwerksbetrieb und ein erfolgreicher Mittelständler sind Preisträger des Wettbewerbs ‚Mein gutes Beispiel 2019‘. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Bertelsmann-Repräsentanz in Berlin wurden die Unternehmen im Kreise aller Nominierten für ihr Engagement geehrt. Die Themen, zu denen Unternehmen aktiv werden, sind vielfältig. Dies spiegeln die Gewinner wider.

Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, zeigte sich hoch-erfreut über die Gewinner: „Der Mittelstand ist mit seinem Unternehmertum und seiner Innovationskraft nicht nur das Rückgrat unserer Wirtschaft, er ist auch tief in den Regionen durch sein ausgeprägtes soziales Engagement verwurzelt und leistet traditionell einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft. Neue Herausforderungen durch die Globalisierung und den technologischen Wandel jedoch bedürfen manchmal auch neuer Lösungsansätze und da kann die junge Generation mithilfe digitaler Technologien eine Menge bewirken. Der Mittelstand kann hier die so wichtige Brücke zwischen Tradition und Zukunft schlagen.“

Immer mehr digitale Lösungsansätze ergänzen traditionelles unternehmerisches Engagement. Manchmal ist der gesellschaftliche Mehrwert bereits im Produkt der Unternehmen angelegt.


Die Gewinner:

Kategorie „Kleine und mittlere Unternehmen“

Kuchentratsch UG, München

Steigende Altersarmut und Alterseinsamkeit stellen wesentliche Probleme von Senioren dar, doch wer backt die besten Kuchen? Katharina Mayer hat mit Kuchentratsch ein Geschäftsmodell entwickelt, das Rentnern die gesellschaftliche Teilhabe und einen kommunikativen Austausch ermöglicht und gleichzeitig ein Geschäftsmodell darstellt. Die Rentner backen in München Kuchen, die dann deutschlandweit verschickt werden. Damit trägt Kuchentratsch zu einer Stärkung von intergenerationalem Miteinander und der Aufbesserung einer manchmal geringen Rente bei, und versorgt gleichzeitig Deutschland mit bestem Kuchen.

Kategorie „Große Unternehmen“

Lamilux Heinrich Strunz Holding GmbH & Co. KG – Robokids, Rehau

Das Ausbildungsprogramm “Education for Excellence” hat die nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden bei Lamilux zum Ziel. Im Projekt “Robokids” werden die Azubis selbst zu Lehrenden, indem sie für Kinder ab der fünften Klasse ein Lernprogramm entwickeln. In neun Lerneinheiten von 90 Minuten werden die Kinder an Programmieren und digitale Technik herangeführt. Die Azubis bauen mit den Kindern sensorgesteuerte Roboter. Durch den Rollenwechsel wird bei den Azubis die Sozialkompetenz gesteigert und Persönlichkeitsentwicklung gefördert. Das Ausbildungsprogramm “Education for Excellence” steigert die Reputation des Unternehmens und trägt zur Fachkräftesicherung in der Region bei.

Kategorie „Jung und Innovativ”

Too Good To Go – Die App zur Lebensmittelrettung – GmbH, Berlin

Elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr in Deutschland weggeworfen. Too Good To Go widmet sich diesem Problem mittels einer Plattformlösung. Das Konzept der App ist es, überschüssiges Essen von Restaurants, Bäckereien, Hotels und Supermärkten zu einem vergünstigten Preis für Selbstabholer anzubieten. Der Preis beträgt dann maximal die Hälfte des Originalpreises. Too GoodTo Go hat bereits über eine Million Mahlzeiten in Deutschland “gerettet” und ist in neun europäischen Ländern aktiv.

Kategorie „Handwerk”

INFORM GmbH – Handwerk hilft e.V., Saarburg

Unter Studierenden ist es üblich, während der Studienzeit einen Blick ins Ausland zu werfen. Dies ist angehenden Handwerkern zumeist nicht vergönnt. Die INFORM GmbH hat zusammen mit der Handwerksinnung den Verein “Handwerk hilft” ins Leben gerufen und ein Austauschprogramm mit einer Ausbildungsschule in Kigale gestartet. Darüber werden jedes Jahr Lehrlinge nach Ruanda geschickt, um in einer anderen Kultur zu lernen und zu arbeiten. Dadurch werden bei angehenden Handwerkern beider Länder interkulturelle Erfahrungen gefördert und die Persönlichkeitsentwicklung unterstützt.


Too Good To Go reduziert die Verschwendung von Lebensmitteln und ist bereits in mehreren europäischen Ländern erfolgreich. Sarna Röser, Bundesvorsitzende des Verbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER, sagt: „Der Gewinner, die Too Good To Go GmbH, widmet sich der unnötigen Verschwendung von Lebensmitteln. Mit ihrem Plattformprinzip ermöglicht sie vielen Menschen und Betrieben, sich an dieser Stelle zu engagieren. Es ist ein großartiges Beispiel für gelebte Soziale Marktwirtschaft von jungen Gründern, da sie eine innovative Geschäftsidee mit der Orientierung am Gemeinwohl vereint.“

Lamilux fördert die Eigenverantwortung von Azubis im Rahmen des „Education for Excellence“-Programms und tritt damit dem Fachkräftemangel entgegen. Die Senioren, die bei Kuchentratsch backen, tun dies um in Kontakt mit anderen Gleichgesinnten zu kommen, teilweise auch um die Rente aufzubessern. Und der Verein „Handwerk hilft e.V.“ fördert die Entwicklung von Lehrlingen durch ein Austauschprogramm mit Ruanda.

Der Vize-Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Karl-Heinz Schneider, fügte hinzu: „Handwerk und gesellschaftliches Engagement gehören zusammen. Mit Initiativen vor Ort in Deutschland bis zu Projekten in Entwicklungsländern engagieren sich zahlreiche Handwerksbetriebe für die Menschen und ihre Gemeinwesen. Dieses bemerkenswerte Engagement öffentlich zu würdigen ist Ziel der Initiative der Bertelsmann Stiftung ‚Mein gutes Beispiel‘. Unter Beteiligung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks wird seit Jahren ein Sonderpreis Handwerk für herausragendes Engagement ausgelobt und damit die gelebte gesellschaftliche Verantwortung von Handwerksbetrieben öffentlich sichtbar ge-macht.“

Der Preis „Mein gutes Beispiel“ wird seit 2011 jährlich von der Bertelsmann Stiftung mit Partnern vergeben. Er unterstreicht, dass unternehmerisches Engagement wirksam und vielfältig ist. Die Preisträger richten ihr Engagement erfolgreich auf die verschiedensten Themen: Lebenswerte Region, Bildung und Ausbildung, Integration und Inklusion, Soziale Benachteiligung oder Umweltthemen.

Prof. Guido Möllering, Direktor des Reinhard-Mohn-Instituts für Unternehmensführung an der Universität Witten/Herdecke, ergänzte: „Als Wissenschaftler unterstütze ich gerne, dass Verantwortung vom abstrakten Ideal zum konkreten Handeln wird. Die diesjährigen Nominierten und Preisträger sind als gute Beispiele dafür äußerst hilfreich und wirksam.“

Stefan Zierke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, überreichte den Gewinnern die Nominierungsurkunden für den Deutschen Engagementpreis. Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für Engagement in Deutschland, die Preisträger von über 700 Wettbewerben freiwilligen Engagements sind dafür nominiert.

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