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Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland weiter gesunken

© Hans Braxmeier/CCO

Die Plastiktüte an der Kasse wird immer mehr zur Ausnahme. Im vergangenen Jahr gab der Einzelhandel pro Einwohner nur noch 24 Plastiktüten aus.

Berlin (afp) > Das ist ein Rückgang um 20 Prozent gegenüber 2017, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) am Freitag mitteilte. Insgesamt verringerte sich der Verbrauch um 400 Millionen auf rund zwei Milliarden Tüten, wie die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung ermittelte.

“Viele große Handelsketten haben die Plastiktüte mittlerweile völlig abgeschafft. Das schlägt sich positiv in der Statistik nieder”, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Insgesamt haben den Angaben zufolge knapp 350 Unternehmen die Selbstverpflichtung des Handels von 2016 zur Reduzierung der Zahl von Plastiktüten unterschrieben. Zudem beteiligten sich viele Einzelhändler daran, ohne die Vereinbarung formell unterzeichnet zu haben, erläuterte Genth.

Seit Inkrafttreten der Selbstverpflichtung würden damit knapp zwei Drittel Tüten weniger verbraucht. “Diese Daten zeigen, dass der Handel Wort gehalten hat und dass die Vereinbarung zwischen dem HDE und dem Bundesumweltministerium erfolgreich ist.”

Handel und Regierung setzen mit der Vereinbarung eine EU-Richtlinie um. Sie schreibt vor, dass der Verbrauch bis Ende 2019 auf 90 Tüten pro Kopf reduziert werden soll, bis 2025 dann auf 40 Stück. In der EU-Richtlinie geht es um Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von unter 50 Mikrometern – also die “normale” Plastiktragetasche.

Der Verbrauch dieser Tüten sank in Deutschland auf 20 Stück pro Kopf, wie der HDE erklärte. Nur vier Tüten pro Kopf, die 2018 abgegeben wurden, hatten damit eine dickere Stärke. Die ganz dünnen Kunststofftüten, die es an der Obst- und Gemüsetheke gibt, die sogenannten Hemdchen-Beutel, lässt die EU-Richtlinie außen vor.

Tüten ganz zu verbieten, wies der Handelsverband erneut zurück. “Da Kunststofftragetaschen über den Gelben Sack entsorgt werden, landet eine Tüte aus Deutschland auch nicht in den Weltmeeren”, sagte Genth.

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