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Verpflichtendes Tierwohl-Label

© jacqueline macou/CCO

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace und die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) haben Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) gemeinsam zum Umdenken beim geplanten Tierwohl-Label aufgefordert.

Osnabrück (afp) > Die “Neue Osnabrücker Zeitung” berichtete am Samstag, die beiden Organisationen forderten eine verpflichtende Kennzeichnung von Haltungsbedingungen und Herkunft auf Fleischverpackungen. Klöckners Ministerium arbeitet derzeit an einem freiwilligen Label für Schweinefleisch.

“Wenn das Ministerium die jetzigen Pläne umsetzt, sehe ich schwarz für das Label”, sagte der ISN-Vorsitzende Heinrich Dierkes der “NOZ”. Eine freiwillige Kennzeichnung werde sich im Supermarkt nicht durchsetzen.

Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter appellierte an das Landwirtschaftsministerium, sich an der Kennzeichnung von Eiern zu orientieren: Hier zeigt eine Ziffer an, wie das Huhn lebt. “Dieses Beispiel zeigt: Verbraucher sind bereit, für bessere Haltungsbedingungen von Tieren mehr Geld auszugeben”, sagte Hofstetter der Zeitung.

Mehrere Handelskonzerne hätten längst selbst einen sogenannten Haltungskompass für Fleischverpackungen eingeführt. Die Wirtschaft sei viel weiter als die Bundesregierung, sagte der Greenpeace-Experte. “Es ist unverständlich, dass dennoch weiter der Irrweg eines freiwilligen Labels genommen wird und dafür Millionen an Steuergeldern draufgehen.”

Die rot-schwarze Landesregierung in Niedersachsen hat bereits eine Bundesratsinitiative angekündigt: Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) fordert eine verpflichtende Kennzeichnung der Haltungsbedingungen, die sich an der Kennzeichnung auf Eier-Verpackungen orientiert.

Klöckners Staatssekretär Hermann Onko Aeikens warnte erst am Freitag in der “NOZ” vor der überstürzten Einführung eines Pflichtlabels. Es drohe juristischer Ärger mit den europäischen Nachbarn.

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