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Schülerinnen deutlich in der Mehrheit

Luisa Neubauer, das deutsche Gesicht von Fridays for Future: © Jörg Farys / WWF

Die Proteste der internationalen Schülerbewegung Fridays for Future sind einer Studie zufolge von jungen Frauen und Mädchen geprägt.

Chemnitz (afp) > Dies sei offenbar auf die starke Präsenz weiblicher Führungsfiguren zurückzuführen, wie eine am Dienstag von der Technischen Universität Chemnitz veröffentlichte Auswertung von Fragebögen zum ersten weltweiten Schülerstreik am 15. März ergab. Die Untersuchung zeigt auch den Vorbildcharakter der Schwedin Greta Thunberg.

Ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern erforschte die Großproteste im März, aus Deutschland war daran die in Chemnitz angesiedelte Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas beteiligt.

Der in dreizehn Städten in neun Ländern vorgenommenen Befragung zufolge beteiligten sich vor allem 14- bis 19-Jährige an den Protesten im März. Überraschender sei die mehrheitlich weibliche Teilnehmerschaft, die sich etwa in Amsterdam, Florenz, Warschau oder Wien in einem Anteil von 70 Prozent junger Frauen an den Demonstranten zeigte. Bisherige Demonstrationsbefragungen zeigten demnach normalerweise ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Nur bei feministischen Demos gebe es mehr Frauen, während bei rechten Demos mehr Männer auf die Straße gingen.

Der weltweite Schülerstreik im März war für 38 Prozent der Befragten die erste Demonstration in ihrem Leben. Eine klare Mehrheit der Teilnehmer war der Studie zufolge weder Mitglied in einer Umweltorganisation, noch unterstützten sie solche finanziell. Damit aktiviere Fridays for Future offenbar junge Menschen erstmals zivilgesellschaftlich. Greta Thunberg sei mit 44,9 Prozent für fast die Hälfte der Teilnehmer die Motivation gewesen, an den Protesten teilzunehmen.

Projektleiter Piotr Kocyba erklärte: “Die signifikante Zahl junger und häufig erstmaliger Aktivistinnen und Aktivisten scheint die Möglichkeit für die Etablierung einer neuen Klimabewegung zu eröffnen, die jenseits etablierter Akteure und Organisationen ihre Ziele verfolgt.”

Für die Studie wurden den Angaben zufolge mehr als 10.000 Protestierende angesprochen und knapp 2000 ausgefüllte Fragebögen ausgewertet.

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