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Bayer-Aktionär Strenger plant wegen Monsanto-Kauf Sonderprüfung

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“FAZ”: Experte für gute Unternehmensführung wirft Konzern Unterschätzung der Risiken vor

Frankfurt/Main (afp) – Der Bayer-Aktionär Christian Strenger bereitet wegen der umstrittenen Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto einen Antrag auf Sonderprüfung bei Gericht vor. Das sagte Strenger der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Freitagsausgabe). Der Experte für gute Unternehmensführung braucht laut Aktiengesetz Mitstreiter, um insgesamt Anteile im Nennwert von 100.000 Euro hinter den Antrag zu bekommen; laut Zeitung in Falle Bayer etwa 40.000 Papiere.

Einige Aktionäre hätten sich dem Plan schon angeschlossen, sagte Strenger der “FAZ”: “Ich bin auf gutem Wege, habe aber die volle Zahl noch nicht erreicht.”

Bayer hatte im vergangenen Jahr Monsanto für rund 63 Milliarden Dollar übernommen. Seitdem ist der Aktienkurs verfallen, in den USA sind mehr als 18.000 Klagen eingegangen, in denen Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup geltend gemacht werden. Auf der Hauptversammlung hatten die Aktionäre dem Vorstand die Entlastung verweigert. Strenger scheiterte dort mit einem Antrag auf Sonderprüfung.

Der Experte wirft Bayer vor, die rechtlichen Risiken des Kaufs unterschätzt zu haben. Unter anderem verweist er laut “FAZ” darauf, dass zwischen Bekanntgabe des Übernahmeplans im Jahr 2016 und dem Abschluss die Zahl der Glyphosat-Klagen sprunghaft gestiegen war. Dies hätte “zu einer detaillierten Analyse der bei Monsanto vorhandenen Unterlagen” führen müssen, zitierte die Zeitung Sprenger. Außerdem kritisiert er demnach, dass die Bayer-Aktionäre nicht in einer Hauptversammlung über eine Transaktion abstimmen konnten, welche den Konzern so fundamental verändere.

Ein Gericht kann laut Aktienrecht einen Sonderprüfer bestellen, “wenn Tatsachen vorliegen, die den Verdacht rechtfertigen, dass bei dem Vorgang Unredlichkeiten oder grobe Verletzungen des Gesetzes oder der Satzung vorgekommen sind”. Strengers Stimme hat Gewicht: Er war Gründungsmitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate-Governance-Kodex, leitete früher die Fondsgesellschaft DWS und hat Aufsichtsratserfahrung. Er setzte schon in der Vergangenheit erfolgreich mit Sonderprüfungsanträgen Unternehmen unter Druck.

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