Partnermeldungen

Von Tango zu Transdisziplinarität: Konferenz zu New Business Models

Bild: ESCP Europe

Die vierte internationale Tagung zum Thema NBM ist vorüber. Die eigentliche Arbeit beginnt jedoch erst.

Berlin (Partnermeldung) – Vom 1. bis 3. Juli 2019 fand an der ESCP Berlin die vierte NBM-Konferenz statt. Knapp 200 Gäste aus über 30 Ländern nahmen an der Tagung teil. Unter den Teilnehmenden befanden sich u.a. Prof. Dr. Dr. hc. Stefan Schaltegger (Leuphana Universität Lüneburg) und Prof. Nancy Bocken (Universität Lund) sowie Mitglieder des Club of Rome, The Boston Consulting Group und Interface. Insgesamt hörten die Gäste fast 100 Vorträge von Wissenschaftlern aus den Bereichen Nachhaltigkeitswissenschaften, Entrepreneurship, Innovation, Management und viele mehr. Dem interessanten Veranstaltungsauftakt im Tangoloft mit einer Diskussion zu wertebasierter Innovation, folgten an den darauf folgenden Tagen spannende Keynotes und Panel-Diskussionen an der ESCP Europe Berlin. Dabei kam natürlich auch das Networking nicht zu kurz, um eine noch bessere Zusammenarbeit und einen noch intensiveren Austausch in der Zukunft zu garantieren.

Prof. Dr. Florian Lüdeke-Freund (Inhaber des Lehrstuhls für Corporate Sustainability an der ESCP Europe) hat die wichtigsten Diskussionspunkte der NBM-Konferenz zusammengefasst:

Die Tagung beinhaltete verschiedene Aufforderungen zum Handeln. Erstens, müssen Forscher aus dem Bereich Sustainable Business lauter und wagemutiger werden. Zwar ist schon Vieles erreicht, jedoch wurde bis jetzt nur wenig davon in die Tat umgesetzt. Zweitens, ist mehr Forschung notwendig, die einerseits disziplinäre Grenzen überschreitet und die andererseits offen ist für neue Forschungsmethoden.

Forscher müssen lauter und wagemutiger werden. Ein zentrales Ergebnis der Diskussion des „ABC-Panels“ – welches sich aus Pionieren der Wissenschaft (Academia), des Business‘ und des Consultings zusammensetzte – ist, dass politische Entscheidungsträger und Industrieverbände die Themen Klimawandel oder globale Lieferketten und ihre sozialen Auswirkungen nicht effektiv angehen. Gleichzeitig besteht jedoch die Hoffnung, dass die Nachhaltigkeitsentwicklungsziele der UN erreicht werden können. Allerdings wird dies nicht ohne sehr wagemutige und innovative Maßnahmen gelingen.

Die Panel-Diskussion endete mit einer klaren Aufforderung zum Handeln. Forscher aus dem Bereich Sustainable Business müssen ihre neuen Ansätze lauter und wagemutiger vertreten. Diese neuen Ansätze beinhalten das Upgraden und Upscalen von grünen und sozialen Business Models, Realexperimente, die Sichtbarkeit von Nachhaltigkeits-Pionieren, auch im Bereich Bildung an Business Schools sowie weibliche und gemeinschaftliche Führungsstile.

Es ist mehr interdisziplinäre und experimentelle Forschung notwendig. Die wissenschaftlichen Vorträge sowie das Panel zum Thema wissenschaftliche Publikationen, verdeutlichten die dringende Notwendigkeit nach mehr inter- und transdisziplinärer Forschung. Zum einen wäre hier integrative Forschung zu nennen, die nicht-wissenschaftliche Akteure mit einbezieht. Zum anderen bedarf es einer Forschungspraxis, die neue Methoden austestet. Wenn beispielsweise Wissenschaftler aus den Bereichen Entrepreneurship und Management, z.B. mit Psychologen, Soziologen oder Designern zusammenarbeiten, haben sie die Chance wirklich Neues und Bedeutendes zu entdecken. Des Weiteren ist es notwendig zu klären, auf welche Art und Weise Wirtschaften zu nachhaltiger Entwicklung beitragen kann. Nur so wird Sustainable Business bei Wirtschaftsakteuren, politischen Entscheidungsträgern und der breiteren Zivilgesellschaft mehr in den Fokus rücken.

Auch die ESCP Europe Berlin erweitert ihr Engagement im Bereich Forschung und Bildung für Sustainable Business. Beispielsweise gibt es Nachhaltigkeitsbezogene Masterprogramme, Forschungs-Hubs, Lehrstühle und Publikationen zum Beispiel zum Thema Kreislaufwirtschaft.

Die Konferenz wurde dem Medienpartner oekom unterstützt. Klimapatenschaft half uns die 88 Tonnen CO2 zu kompensieren, welche durch die Tagungsreisen verursacht wurden. Vielen Dank an alle Tagungsgäste, die für die Klimakompensation spendeten!

Die fünfte internationale Konferenz zu neuen Geschäftsmodellen findet vom 1. bis 2. Juli 2020 in Nijmegen statt.

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